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Petition

Insektensterben: Bald Fall fürs Parlament

Natur & Umwelt | Freitag, 7. Dezember 2018 15:55, Leo Niessner

Mehr als 125'000 Unterzeichner unterstützen die Petition «Insektensterben aufklären». Am Donnerstag, 13. Dezember, wird sie nun in Bern eingereicht, zusammen mit einem Vorstoss.

Das Ansinnen von Umweltverbänden und Vertretern aus der Politik (siehe Kasten) ist auf ein grosses Echo stossen: Geht es nach dem Willen der über 125'000 Personen, welche die Petition «Insektensterben aufklären» unterzeichnet haben, sind nun Bundesrat und Parlament in der Pflicht. Sie sollen helfen, die Ursachen und die Tragweite des Insektensterbens in den verschiedenen Regionen der Schweiz wissenschaftlich fundiert aufzuzeigen. Die Petition verlangt, dass dafür umgehend genügend finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden. 

Der Inhalt der Petition
Druck auf dei Behörden und Poltik macht das Dokument aber auch in einem anderen Bereich: Die Aktionspläne Biodiversität, Bienengesundheit und Pflanzenschutzmittel sollen unverzüglich und konsequent umgesetzt werden.

Des weiteren fordern die Unterzeichnenden weitergehende, wirkungsvolle Massnahmen gegen das Insektensterben. Dazu erwähnt der Petitionstext unter anderem die Förderung nach vielfältigen Lebensräumen und die Reduktion der Lichtverschmutzung.

Petitions-Übergabe in Bern
Die Aufmerksamkeit in den Medien ist der Petition gewiss: Wie «Tierwelt online» erfahren hat, wird sie am Donnerstag, 13. Dezember, in Bern den Behörden übergeben. Anwesend sind Stände- und Nationalräte, neben den Initianten – und natürlich sind Pressevertreter zu erwarten. 

Doch eine Petition ist noch kein verbindlicher Auftrag an die Politiker. Das ist Sandra Helfenstein, Mediensprecherin des Schweizer Bauernverbandes, bewusst. Sie hofft, dass die 125'000 Unterschriften den Behörden Eindruck machen. «Es ist wichtig, dass untersucht wird, welchen Einfluss welche Pestizide in der Landwirtschaft auf die Insekten haben. Aber auch, welche anderen Faktoren es gibt», sagt sie. 

Doch es müsse auch beobachtet werden, in welcher Form etwa das schnelle maschinelle Mähen Einfluss auf das Verschwinden der Insekten hat, oder die Lichtverschmutzung, die Dark Sky als weiterer Mitinitiant der Petition untersucht. «Kurzum, wir hoffen, dass durch die Petition nun die Forschung nach Ursachen und Lösungen intensiviert wird. Immerhin sind die Insekten auch für die Landwirtschaft ein zentrales Thema», fasst Helfenstein zusammen. 

Ein Auftrag von 125'000 Unterzeichnenden
«Es ist wünschenswert, dass das Parlament den Inhalt der Petition als Auftrag derjenigen Personen betrachtet, die sie unterschrieben haben», doppelt auch Lukas Schuler nach, Präsident von Dark-Sky Switzerland. Angesichts der grossen Anzahl von Unterschriften sei diese Forderungen gerechtfertigt. «Die Petition muss erhört werden. Immerhin haben wir erst am 4. September mit Sammeln begonnen. Die 125'000 Unterschriften, die bis in den knapp drei Monaten zusammen gekommen sind, sind eine Menge – mehr als etwa Unterschriftensammlungen, die wir im Alleingang formuliert haben», ergänzt er.

Um das Anliegen nach intensivierter Ursachenforschung für das Insektensterben verbindlich zu machen, ist mit der Überreichung der Unterschriften nächste Woche auch ein Vorstoss im Parlament geplant. Damit dürfte das Thema Insektensterben 2019 auf der politischen Agenda auftauchen.

Die Initianten der Petition
In den letzten dreissig Jahren ist wahrscheinlich mehr als die Hälfte aller Insekten verschwunden. Das gefährdet nicht nur zahllose Tiere und Pflanzen – der Erhalt unserer eigenen Lebensgrundlagen steht auf dem Spiel. Deshalb verlangen die Initianten der Petition «Insektensterben aufklären» von den Behörden ein rasches und konsequentes Handeln. Lanciert wurde sie durch die Naturfreunde Schweiz, Dark-Sky Switzerland, Schweizer Bauernverband, und apisuisse, sowie mit tatkräftiger Unterstützung von Bio Suisse, Greenpeace und den Nationalrätinnen und Nationalräten Maya Graf (Grüne, BL), Silva Semadeni (SP, GR), Markus Ritter (CVP, SG), Bernhard Guhl (BDP, AG), Lisa Mazzone (Grüne, GE), Isabelle Chevalley (GLP, VD), Karl Vogler (CSP, OW), Roger Nordmann (SP, VD), Marina Carobbio Guscetti (SP, TI), Fabio Regazzi (CVP, TI), Benjamin Roduit (CVP, VS), Mathias Reynard (SP, VS), Jean-Paul Gschwind (CVP, JU), Alice Glauser-Zufferey (SVP, VD), Pierre-Alain Fridez (SP, JU), Raymond Clottu (NE), Raphaël Comte (FDP, NE) und Adèle Thorens Goumaz (Grüne, VD). (pd)

www.insektensterben.ch

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