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Bundesamt für Raumentwicklung

Mangelnde Nachhaltigkeit in der Schweiz

Natur & Umwelt | Mittwoch, 6. November 2019 18:30, sda

Bei der Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung zeigt sich in den Kantonen eine durchzogene Bilanz.

In der Wirtschaft etwa stagniert die Zahl der innovativen Arbeitsplätze. Und in der Politik hapert es bei der Beteiligung. An der Erhebung über die Fortschritte bei der nachhaltigen Entwicklung 2019 nahmen 19 Kantone teil. Die Evaluation verglich dieses Jahr die Entwicklung erstmals mit drei Zielen der Uno-Agenda für nachhaltige Entwicklung, wie das Bundesamt für Raumentwicklung(ARE) am Dienstag mitteilte. Bei diesen ausgewählten Themen handelt es sich um Wirtschaft und Arbeit, politische Teilnahme und Naturräume.

Beim Nachhaltigkeitsziel Wirtschaftswachstum und menschenwürdige Arbeit stehen die 19 Kantone in Sachen Arbeitsproduktivität und Qualifikation der Bevölkerung gut da. Bei den Arbeitsplätzen in innovativen Sektoren stagnierte die Zahl der Arbeitsplätze hingegen bei einem Anteil von 27 Prozent. Ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum basiert jedoch auf innovativen Branchen und ihren Arbeitsplätzen.

Weit entfernt von Geschlechtergleichstellung  
Im Themenkreis politische Teilnahme zeigte der Schlüsselanzeigerder Beteiligungsquote an der Demokratie keine Bewegung. Seit den2000-er Jahren überstieg die Stimmbeteiligung bei eidgenössischenWahlen und Abstimmungen nie 50 Prozent. In den Kantonsparlamentenbewegt sich die Frauenquote zwischen 14 und 38 Prozent. In denKantonsregierungen liegt sie zwischen null und 60 Prozent.

Die Werte sind damit weit entfernt vom Ziel der Geschlechtergleichstellung. Und auch die Werte beim Nachhaltigkeitsziel für repräsentative und partizipative demokratische Entscheide lassen zu wünschen übrig. 

Wohngebiete wachsen auf Kosten der Landwirtschaftsflächen
Befriedigend fällt die Bilanz bei der Fläche der wertvollen Naturräume aus. Diese sind gewachsen und umfassen im Durchschnitt acht Prozent der Kantonsflächen. Allerdings dehnen sich die Siedlungsräume weiter aus. Das geschieht hauptsächlich auf Kosten der Landwirtschaftsflächen.

Für die Kantone heisst das, dass sie ihre Bemühungen zum Erhalt der natürlichen Ökosysteme und der Biodiversität fortsetzen sowie das Siedlungswachstum eindämmen müssen.

In der Agenda 2030 sind Ziele der Uno für nachhaltige Entwicklung festgehalten. Die Datenerhebung für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele basiert auf einem Katalog von rund 30 Indikatoren aus Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft. Getragen wird die Erhebung vom ARE und vom Bundesamt für Statistik.

2019 nahm der Kanton Glarus erstmals teil. Die anderen erfassten Kantone sind: Aargau, Appenzell-Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Freiburg, Genf, Luzern, Neuenburg, St. Gallen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Tessin, Uri, Waadt, Wallis, Zug und Zürich.

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