Designermöbel für ein gutes Gewissen Möbel für ein gutes Gewissen
Viele Menschen in Südostasien leben von der Rattan Gewinnung. Falsche Ernte schadet allerdings den Tropenwäldern. Der WWF setzt sich jetzt für Möbel aus nachhaltiger Produktion ein.
Die stacheligen und teils über hundert Meter langen Rattanpalmen schlingen sich um Bäume bis zum Blätterdach des tropischen Regenwaldes. Seit Jahrzehnten liefern diese Lianen ein begehrtes Rohmaterial für Möbel, Körbe, Matten und vieles mehr.Doch übermässige Ernte und unbedachte Verarbeitung von Rattan schaden den Tropenwäldern in Südostasien. «Die Gewinnung von Rattan darf aber nicht verboten werden», warnt Simone Stammbach von WWF Schweiz. Bis zu 50 Prozent des Einkommens der einheimischen Bevölkerung stammt aus der Verarbeitung dieses Rohstoffes.
Sylviane Blum Deswegen hat der WWF vor etwa fünf Jahren in Kambodscha, Laos und Vietnam ein Pilotprojekt gestartet: Es soll die Existenz der Menschen dort mit naturverträglichen Rattanprodukten sichern. An einem Forstinventar wird geprüft, wie viel von welcher der über 600 Rattanarten in den bewirtschafteten Wäldern wächst. Anschliessend wird bestimmt, wovon wie viel geerntet werden darf. Eine Rattanpalme müsse erst fünf bis acht Jahre wachsen, bevor sie zum ersten Mal geschnitten wird, sagt Stammbach. «Oft wurden sie zu früh geerntet oder sogar rausgerissen.» Jetzt lernen die Arbeiter die richtige Pflege in Baumschulen, wissen nun, wie sie Setzlinge ziehen und anpflanzen müssen. In Laos zum Beispiel erfüllt die Bewirtschaftung von Rattan die strengen Kriterien des internationalen Gütesiegels FSC (Forest Stewardship Council) schon gänzlich. Die Firmen, die das gewonnene Rattan in Südostasien verarbeiten, garantieren den Produzenten den Abkauf der Rohware. Ihre Produktionsmethoden entsprechen den UNO Grundsätzen von «Cleaner Production». Zum Beispiel reduzierter Einsatz von schädlichen Chemikalien und bessere Verwertung des Rohstoffes. Weiter wird bei der Produktion Energie und Wasser eingespart. Um den Absatz von Rattan in Europa zu fördern, beauftragte der WWF schwedische Designer, Produkte für den internationalen Markt, mit den lokalen Herstellern, zu entwickeln. Die Produktepalette reicht von Fussmatten aus Abfall Rattan über faltbare Körbe bis zum ausgefallenen Sessel. Das ganze Programm aus nachhaltig produziertem Rattan wurde an der internationalen Designmesse «Ambiente» in Frankfurt vorgestellt. «Die Einkäufer sollen auf Produkte aufmerksam werden und mit diesen Firmen, die sich Mühe geben, Kontakt aufnehmen», sagt Stammbach. Nachhaltiges Rattan habe nur eine Chance, wenn es einen Markt dafür gebe.
Mehr Bilder zu den Rattan Produkten unter www.tierwelt.ch
Arbeiter lernen den Umgang mit Rattan.

