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Pfauenspinne

Ein Balztanz der Extraklasse

1 Kommentare Wildtiere | Dienstag, 23. April 2013, Matthias Gräub

Die Pfauenspinne hat ihren Namen zu Recht. Aber nicht, weil sie fliegen kann, wie man früher dachte. Vielmehr schlägt sie ein buntes Rad wie ihr geflügelter Namensvetter.

Im Osten Australiens ist die Pfauenspinne zu Hause. Sie gehört der Familie der Springspinnen an, und als sie 1874 zum ersten Mal beschrieben wurde, stachen besonders die bunten Bauchklappen der Männchen heraus, die sie nach belieben hoch- und runterklappen konnte. 

Damals war man sich sicher: Die Spinne kann fliegen. Oder zumindest gleiten, indem sie ebendiese Klappen hin- und herbewegt. Deshalb nannte man sie auch kurzerhand Maratus volans. Wobei das Wort volans «fliegend» bedeutet.

Alles für die Liebe
Später fand man heraus: Alles Quatsch. Die Pfauenspinne kann zwar springen. Ziemlich weit sogar, aber sie kann nicht fliegen. Ihre bunten Klappen erfüllen einen ganz anderen Zweck: Der Balz.

Zunächst wirkt der Balztanz der Pfauenspinne noch relativ unbeholfen. Schüchtern nähert er sich einem neugierigen Weibchen, das nicht besonders beeindruckt zu sein scheint. Wie zum Gruss hebt das Männchen ein Bein in die Luft. Das zweithinterste Bein, um genau zu sein.

Ein trickreicher Geselle
Wenn das Weibchen durch diese Annäherungsversuche nicht abgeschreckt ist, geht der Spinnenmann zum vollen Angriff über: Er hebt nun sogar beide Beine seines dritten Beinpaares in die luft und klappt seine Bauchklappen aus. Wie ein Pfau steht er nun da und schlägt stolz sein Rad, während das Weibchen staunt und schaut.

Ein cleveres Kerlchen wie das Pfauenspinnen-Männchen ist, nutzt es die Gunst der Stunde: Während das Weibchen vom bunten Auftritt seines Verehrers abgelenkt ist, tanzt das Männchen hin und her. Nach links, dann nach rechts. Und wieder nach links, all das mit hochgestreckten Beinen und aufgeschlagenem Rad. 

Das Weibchen, dass gebannt zuschaut, merkt nicht, dass der Gigolo sich langsam aber sicher immer weiter nähert. Und irgendwann hat er es erreicht und kriegt sein Happy-End. Er hat es sich verdient.

 


Quelle: YouTube/Peacockspiderman

Jürgen Otto ist ein Experte für Pfauenspinnen und nennt sich auf YouTube «Peacockspiderman». In diversen Videos dokumentiert er das Balzverhalten der aussergewöhnlichen Spinnen.

Pfauenspinnen gibt es übrigens in allen möglichen Farben. Und ihr Tanz ist auch nicht immer derselbe. Das Video unten zeigt ein Exemplar, das in jeder Techno-Disco einen guten Eindruck hinterlassen würde.

 


Quelle: YouTube/Peacockspiderman

Kommentare (1)

Christian am 14.08.2015 um 09:02 Uhr
Ist schon beeindruckend.
Dem Forscher Jürgen Otto ein herzliches Dankeschön für seine gute Arbeit.

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