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Tierwelt 38/2013

Tiere und ihre prominenten Namensgeber

Unterhaltung | Donnerstag, 19. September 2013 08:00, Daniela Poschmann

Welcher Promi steckt in welchem Tiernamen? Und vor allem warum? Hier einige Beispiele für prominente Namensgeber und ihre tierischen Patenkinder.

Einige krabbeln auf acht Beinen durch die Welt, andere treiben sich gerne im Mist herum und wieder andere sind eher glitschiger Natur. Manche sehen einfach nur wunderschön aus. Die Rede ist von Spinnen, Insekten, Amphibien und Pflanzen, die nach berühmten Persönlichkeiten benannt worden sind. Darunter etwa Schauspieler, Musiker und Politiker aus aller Welt. So verschieden die Promis auch sein mögen, die meisten setzen sich in irgendeiner Weise für den Natur- oder Tierschutz ein. Dadurch dass sie ihren Namen mit einer bedrohten Art teilen, geben sie ihr die dringend benötigte Aufmerksamkeit. 

«Wenn ich die Art xyz nenne, schert sich kein Mensch darum. Mit der Namenspatenschaft wird sie wahrgenommen», sagt Peter Jäger. Der Forscher des deutschen Senckenberg Instituts ist oft in Asien unterwegs, kriecht durch Höhlen und streift durch Regenwälder auf der Suche nach neuen Spinnenarten. Die Entscheidung für einen Namenspaten fällt er subjektiv. Je nachdem, wer ihn persönlich beeindruckt, was beispielsweise auf den deutschen Humoristen Loriot oder Musiker David Bowie zutrifft, oder was die Personen «für unseren Planeten getan haben».

Das war auch der Grund für den Zürcher Wissenschaftler Urs Thalmann, seinen in Madagaskar entdeckten Wollmaki nach dem Schauspieler und Produzenten John Cleese zu benennen. Der vor allem durch die Serie «Monty Python’s Flying Circus» bekannte Brite widmet den Lemuren in seinen Filmen viel Aufmerksamkeit, oft sieht man ihn sogar mit einem Halb­affen auf dem Rücken durch die Talkshows ziehen. «John Cleese setzt sich nachweislich für Projekte mit Lemuren ein. Daher fand ich es eine gute Möglichkeit, ihm eine verdiente Anerkennung zu zollen», begründet Thalmann den Namen Avahi cleesei. Ob diese Art nun tatsächlich mehr Aufmerksamkeit erhalte, sei schwer zu sagen. «Die Lemuren können nicht im Zoo gehalten werden, daher können eigentlich nur Massnahmen zum Schutz ihres Lebensraumes helfen.» 

Rundlich, kriechend und schleimfressend: die Käfer Bush, Cheney und Rumsfeld
Bei den bis zu 20'000 neu entdeckten Arten im Jahr kommt es manchmal auch zu etwas zweifelhaften Ehren. So geschehen beim ehemaligen amerikanischen Präsidenten George W. Bush, seinem Vize Dick Cheney und dem Verteidigungsminister Donald Rumsfeld. Wissenschaftler vom Londoner Naturhistorischen Museum benannten jeweils eine neu entdeckte Schwammkugelkäferart nach den Politikern.

Die sich von Schleim- und Schimmelpilzen ernährenden Käfer heissen Agathidium bushi, Agathidium cheneyi und Agathidium rumsfeldi. «Wir wollten deren Führung und Anstrengung anerkennen, Demokratie in weiten Teilen der Welt säen zu wollen», erläutert Quentin Wheeler. Mit physischen Merkmalen des Trios habe die Namensgebung dagegen nichts zu tun. Die ehemalige amerikanische Führungsetage glaubt dem Wissenschaftler anscheinend. Denn wäre sie pikiert gewesen, wären die Namenspatenschaften nicht zustande gekommen. «Es gibt nur sehr wenige Richtlinien», erklärt Urs Thalmann von der Uni Zürich. Darunter: «Der Name darf nicht beleidigend und nicht unanständig sein.» 

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