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WWF-Rangliste

Diese Tiere sind die Verlierer des Jahres

Wildtiere | Donnerstag, 26. Dezember 2013, sda/sk
Wilderei, Klimawandel und Staudammprojekte bedrohen viele Tierarten. Der WWF zieht Bilanz über die tierischen Verlierer in diesem Jahr - und nennt auch die Gewinner.

In Südafrika wurden in diesem Jahr 919 Nashörner gewildert - 50 Prozent mehr als im Jahr 2012. Der WWF hat das Tier deshalb zum Verlierer des Jahres 2013 erkoren. Nicht nur der Mensch, sondern auch die Landwirtschaft und der Klimawandel bedrohen Tiere.

So auch die Nidwaldner Haarschnecke. Die kleine Landschnecke, deren Haus im Durchmesser um die sechs Millimeter misst, lebt meist versteckt unter flachen Steinen. Sie kommt nur in einem kleinen Gebiet rund um Engelberg OW vor und lebt auf einer Höhe von 2400 bis 2600 Metern.

Wegen des Klimawandels und den höheren Temperaturen weicht die Nidwaldner Haarschnecke wie viele andere Tier- und Pflanzenarten in höher gelegene Gegenden aus. «Doch das Ausweichmanöver der Nidwaldner Haarschnecke endet bald, weil die Gipfel fast erreicht sind», warnt der WWF in einer Mitteilung vom Stefanstag.

Pflanzenschutzmittel und Staudämme
Zu den weiteren Verlierern in der Tierwelt gehören gemäss WWF der Monarchfalter, der Jahr für Jahr in Amerika in riesigen Schwärmen über weite Strecken zu seinem Winterquartier in Mexiko wandert. Dieses Jahr wurden 59 Prozent weniger als letztes Jahr gezählt - ein neues Rekordtief. «Schuld daran sind möglicherweise in der Landwirtschaft eingesetzte Pestizide», schreibt der WWF.

Im südostasiatischen Mekong ist der Riesenwels gefährdet. Wegen eines Staudammprojekts kann der riesige Süsswasserfisch, der bis zu drei Meterlang wird, kaum noch in seine Laichgebiete zurückkehren. Bedrängt werden auch viele Pinguinarten im Südpolarmeer, weil es den Staaten nicht gelingt, Meeresschutzgebiete zu schaffen. «Der Druck durch Fischerei, Schifffahrt und Industrie nimmt deshalb zu.»

Um den Verlierer des Jahres, das Nashorn, zu retten, fordert der WWF ein konsequentes Vorgehen und härtere Strafen gegen die organisierten Verbrechersyndikate, die mit Nachtsichtgeräten, Helikoptern und Schnellfeuergewehren auf Nashornjagd gehen. Es gelte den illegalen Handel zu stoppen und die Konsumenten zu überzeugen, keine Nashornprodukte mehr zu kaufen. Auf dem Schwarzmarkt wird das Kilogramm Horn für über 20'000 Franken gehandelt.

Mehr Platz für Amur-Leoparden
Der WWF wartet aber auch mit guten Nachrichten auf. Neben den Verlierern erstellt die Umweltschutzorganisation auch eine Rangliste der Gewinner. Hier nimmt der Amur-Leopard auf dem obersten Treppchen Platz. Grund dafür ist gemäss WWF ein neuer Nationalpark im Fernen Osten Russlands: In den letzten fünf Jahren der Bestand des Amur-Leoparden um 50 Prozent. «Das ist ein grosser Erfolg, auch wenn der Gesamt-Bestand mit 50 Tieren nach wie vor klein ist.» Der Amur-Leopard zählt zu den seltensten Säugetieren der Welt.

Weitere Gewinner sind die Lederschildkröten. Gemäss Weltnaturschutzunion wird ihr Bestand «nur noch als empfindlich» eingestuft. «Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass bestimmte Bestände dieser grössten aller Meeresschildkröten noch immer gefährdet sind», warnt der WWF.

Weg frei für den Lachs
Obwohl der Lachs in der Schweiz immer noch als ausgestorben gilt, gehört er zu den Gewinnern, weil in Basel entschieden wurde, dass acht französische Kraftwerke am Rhein fischgängig gemacht werden sollen. «Das erhöht die Chance, den Lachs bis 2020 wieder in der Schweiz zu haben.» Freude herrscht auch ob des Bartgeiers in den Alpen: «Hundert Jahre nach seiner Ausrottung leben wieder nahezu 200 Bartgeier im Alpenraum», schreibt der WWF. Im Jahr 2013 haben in der Schweiz sechs Paare je ein Junges aufgezogen - ein neuer Rekord.

Und schliesslich erhalten gemäss WWF die letzten 150 nordwestpazifischen Grauwale vor der russischen Insel Sachalin eine Verschnaufpause. Eine geplante neue Ölplattform werde vorerst nicht gebaut. Gemäss Weltnaturschutzunion sind inzwischen 21'286 Tier- und Pflanzenarten bedroht. Besonders alarmierend sind die Zahlen bei den Wirbeltieren: 41 Prozent aller Amphibien, 25 Prozent aller Säugetiere und 13 Prozent aller Vogelarten stehen auf der Roten Liste.

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