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Zoo Basel

«Schätzen ist gut, messen ist besser»

Zoo | Mittwoch, 12. Februar 2014, Matthias Gräub

Die Tannzapfenechse können die Pfleger im Zoo Basel einfach auf eine Küchenwaage stellen, bei einem Okapi geht das nicht so einfach. Dennoch werden viele Tiere im «Zolli» regelmässig gewogen, ihrer Gesundheit zuliebe.

Das Gewicht von Jungtieren verrät vieles über ihre Entwicklung. Trinkt das kleine Nashorn genug? Hat die Mutter genügend Milch? Die Tiere im Basler Zoo werden regelmässig gewogen, um Vergleichskurven zeichnen zu können. So können die Pfleger rasch reagieren, wenn etwas nicht im Lot sein sollte. In den letzten 15 Jahren wurde insgesamt 6000 Mal das Gewicht eines Tieres gemessen, teilt der «Zolli» am Mittwoch mit.

Bei einigen Tieren ist der Aufwand dabei nicht sonderlich gross: Die Tannzapfenechse etwa kann der Tierarzt eigenhändig auf die Küchenwaage stellen. bei grösseren Tieren wird das schon schwieriger, zumal wilde Tiere nur ungerne auf unbekannten Untergrund treten. Geduld und Kreativität des Zoopersonals ist also gefragt.

Eine korrekte Dosierung ist wichtig
Die Giraffen und Okapis im Zoo Basel sind schon routiniert: sie kennen das Prozedere schon und ihre Angst vor unbekannten Bodenbeschaffenheiten ist offensichtlich einer Neugierde – oder gar Vorfreude – gewichen. Denn sie wurden darauf trainiert, dass der Tritt auf eine Gummimatte in der Aussenanlage mit einer schmackhaften Belohnung verbunden ist. Und nun lockte auch die Waage im Stall mit einem Futterspender an der Wand. Aber der kann natürlich nur erreicht werden, wenn die Tiere auf die merkwürdige Metallplatte stehen.

Die Gewichtskontrolle sei auch wichtig für die Medikamenten-Dosierung, schreibt der Zoo in seiner Pressemitteilung. Früher sei den Pflegern und Tierärzten das Gewicht von vielen Tieren nicht bekannt gewesen. Deshalb hätten sie für die Berechnung von Futterrationen und die Dosierung von Medikamenten Fachliteratur zu Rate gezogen. Aber der Zoo schreibt weiter: «Schätzen ist gut, messen ist besser», denn bei einem Fellknäuel wie dem Schneeleopard liege man schnell ziemlich daneben. Wird ihm dann für eine Untersuchung beispielsweise zu wenig Narkosemittel verabreicht, könne dies auch für den Tierarz ganz schön heikel werden, wenn das Tier zu früh erwacht.

 

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