Sie sind hier: TierweltAktuell

«Kassensturz»

Ausländische Ostereier aus schlechter Haltung

1 Kommentare Nutztiere | Mittwoch, 16. April 2014, lid/mg

Bodenhaltung – Was für einen Legehennenbetrieb gut klingt, ist im Ausland kaum besser als die verbotene Käfighaltung. Der «Kassensturz» hat über die Zustände in Deutschland und Holland berichtet.

75 Prozent der Schweizer Eier stammen aus Freilandhaltung. damit ist die Schweiz «Weltmeisterin», quasi ein Paradies für Legehennen. Und wie «Tierwelt Online» berichtet hat, werden dieses Jahr im Inland genügend Eier produziert, dass fast jeder sein «Osternästli» mit einheimischen Eiern dekorieren kann. Dennoch können bei den Schweizer Grossverteilern Eier aus dem Ausland gekauft werden. Und weil sie meist deutlich günstiger sind, wird dies auch getan.

Die Ausland-Eier werben auf ihren Kartons mit dem Begriff «Bodenhaltung» und Bildern von glücklichen Hühnern, die auf einem Strohbett herumstolzieren. Für Hansuli Huber, Geschäftsführer des STS, ist das eine Irreführung, wie er am Dienstag in der Sendung «Kassensturz» sagte.

Tierquälerei in Holland
Die Reporter der Sendung haben ausländische Eier bei Schweizer Grossverteilern auf ihre Herkunft untersucht. Anhand der Code-Nummer, die auf jedem Ei abgedruckt ist, kann sie ohne weiteres ausfindig gemacht werden (z.B. mit diesem Tool). Bei Besuchen auf den betreffenden Höfen hat das «Kassensturz»-Team aufnahmen von den dortigen Zuständen gemacht. 

Nichts da von Stroh am Boden, eine Massenhaltung von 35'000 Hühnern in Hallen, ohne Tageslicht, ohne Frischfutter. Teilweise sind die Tiere am Schnabel kupiert. Für Huber schlicht «Tierquälerei». Das Argument eines Geflügelbauers aus den Niederlanden, «ein Huhn, das sich nicht wohl fühlt, legt keine Eier», weist der Tierschützer zurück. «Die Hühner sind hochgezüchtet, die müssen Eier legen.»

Die Schweizer Grossverteiler reagierten verhalten auf die Vorwürfe des «Kassensturz». Sie weisen darauf hin, dass sie sich innerhalb der EU-Gesetze bewegten. Einzig die Migros antwortete, sie wolle in den nächsten Jahren all ihre Lieferanten im Ausland auf Schweizer Tierschutz-Standards heben.

Der «Kassensturz»-Beitrag vom 15. April 2014. Quelle: SRF

Kommentare (1)

Pia Wagner am 16.04.2014 um 16:57 Uhr
Die schweizerische Landwirtschaft kann nur die Hälfte der benötigten Eier selber produzieren und das auch nur mit importiertem Futter. Also was soll das Theater ? In der EU gelten andere Gesetze und die haben wir zu respektieren. Wir lieben es ja auch nicht, wenn die EU bei uns immer dreinredet.

Kommentar schreiben
Galerien Alle Galerien