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Wappentiere

Afrikas bunte Wappenwelt

Wappentiere | Donnerstag, 10. Juli 2014 07:00, Matthias Gräub

Löwe, Adler und Bär: Bei uns haben die Stadt-, Kantons- und Landesväter nicht sonderlich viel Fantasie an den Tag gelegt, als sie sich für ihr Wappentier entscheiden mussten. Ganz anders die Afrikaner.

Afrika gilt als die Wiege der Menschheit. Und auch die Fauna auf dem Schwarzen Kontinent ist wohl die eindrücklichste und reichhaltigste auf unserem Planeten. Kein Wunder also, finden sich auf den Wappen der verschiedenen afrikanischen Ländern Tiere wieder, die sich woanders nicht halb so gut machen würden.

Die «Tierwelt» stellt Ihnen die Wappentierwelt Afrikas vor. Klicken Sie sich durch die Bildergalerie oben und schauen Sie sich die Erklärungen dazu im Text unten an.

Die Klassiker unter den Wappentieren findet man wohl überall: Der Adler beispielsweise ziert das Bundessiegel Deutschlands und das Kantonswappen von Genf. Er ist auch in Afrika zu finden: Ägypten hat ihn im Wappen (1), in Ghana (2) fungieren gleich deren zwei als sogenannte Schildhalter (Figuren, die links und rechts des eigentlichen Wappens stehen) und Nigerias Fussballmannschaft wird umgangssprachlich «Super Eagles» genannt. Der Nigerianische Adler auf dem Staatswappen wird übrigens flankiert von zwei weissen Hengsten (3). Das Fussballteam könnte also auch «Super Stallions» heissen, was nicht minder «cool» wäre.

Viele Löwen – ausser in Kamerun
Und auch das Wappentier Nummer eins, zumindest in Europa, findet sich in afrikanischen Wappen wieder. Kein Wunder, dort gehört es schliesslich auch hin. Der Löwe mag Symbol für Stärke sein und als König der Tiere gelten, seine Heimat ist jedoch in der Savanne, nicht an Europäischen Königshöfen, wie dies in der Feudalzeit oftmals der Fall war. Löwen finden sich in der Heraldik der afrikanischen Länder zuhauf. Der Tschad (4) hat ihn, zusammen mit einer mutigen Ziege, in Tunesien (5) trägt der Löwe ein Schwert, Sierra Leone (6) ist gar nach ihm benannt und in Malawi (7) teilt er sich die Arbeit des Schildhalters mit einem Leoparden. Nur in Kameruns Wappen ist der Löwe nicht zu finden. Dabei – und dabei wären wir wieder beim Fussball – werden die Kameruner «Die unzähmbaren Löwen» genannt.

Soviel also zu den weltweit verwendeten Wappentieren. Werfen wir aber nun einen Blick auf die Unikate. Beispielsweise das Dromedar. Es gehört zur afrikanischen Wüste wie der Löwe in die Savanne. Dennoch ist es anders als der Löwe nur gerade im Wappen Eritreas (8) zu finden. Vielleicht auch, weil das Dromedar eher für Gemütlichkeit und Behäbigkeit als für Stärke und Macht steht.

Etwas häufiger kommt der Leopard vor. Neben dem bereits beschriebenen Wappen Malawis trifft man ihn beispielsweise neben dem Wappen des Benin (9) an. Im Wappen des Gabun (10), das übrigens von einem Schweizer entworfen wurde, wachen zwei schwarze Panther über das Land.

Fressen und gefressen werden
Wo Räuber sind, sind auch Opfer. Neben den Raubtieren gibt es in Afrika auch eine Menge Beutetiere. Etwa Zebras, die es auf das Wappen von Botswana (11) geschafft haben. Das Wappen von Simbabwe (12) wird von zwei Kudus gestützt und dasjenige von Namibia (13) von zwei Oryxantilopen. Und auch in Uganda (14) ist eine Antilopenart zu sehen, ein sogenannter «Kob», ein dort heimischer Wasserbock.

Neben dem Kob ist auf dem Wappen Ugandas ein ganz spezieller Vogel zu sehen: Ein Kronenkranich. Der Nationalvogel ziert sogar die offizielle Flagge des ostafrikanischen Staates. Andere Vögel zieren zwar keine Flaggen, aber immerhin das Wappen einiger Länder: Im neuen Wappen Südafrikas (15), das erst seit 2000 existiert und dementsprechend modern daherkommt, ist ein stilisierter Sekretärvogel zu sehen. Er soll mit seinen ausgebreiteten Schwingen die Nation gegenüber ihren Feinden schützen. Genau dieser Vogel ist auch auf der anderen Seite des Kontinents zu sehen. Der Sekretär ziert auch das Wappen des Sudan (16). 

Zu guter letzt noch ein Wappenvogel, der etwas Ferienstimmung bei schlechtem Wetter auslösen könnte: Die weisse Taube im Wappen von Liberia (17). Sie fliegt über eine Küstenlandschaft mit Meer, Palme und Sonnenaufgang und trägt die Friedensbotschaft im Schnabel. Oder vielleicht den Wetterbericht für nächste Woche.

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