Sie sind hier: TierweltAktuell

Share

WWF-Rangliste

Gewinner und Verlierer des Jahres im Tierreich

Wildtiere | Freitag, 26. Dezember 2014, sda/sk

Lemuren, Elefanten und Walrösser gehören laut der Naturschutzorganisation WWF zu den Verlierern des Jahres 2014 im Tierreich. Tiger, Biber und Wisent dagegen können auf eine bessere Zukunft hoffen.

Die Liste der gefährdeten Tier- und Pflanzenarten wird länger. 22'413 Arten stehen aktuell auf der Liste der Weltnaturschutzunion IUCN, 1125 mehr als im Vorjahr. Besonders für Lemuren, Walrösser, Elefanten, Gelbbauchunken und Pazifische Blauflossenthunfische sei 2014 ein hartes Jahr gewesen, schreibt die Umweltorganisation WWF Schweiz in einer Mitteilung.

Mitverantwortlich für die Verschlechterung seien der Klimawandel, die Landwirtschaft und die Wilderei. So machten «skrupellose Kriminelle, die es auf die Stosszähne abgesehen haben» weiterhin Jagd auf Elefanten. Einzelne Populationen der Afrikanischen Elefanten seien vom Aussterben bedroht.

Bei den Lemuren, einer nur auf Madagaskar lebenden Affenart, gelten 94 Prozent als gefährdet. Eine besondere Gefahr für die Lemuren ist neben Wilderern auch die Zerstörung ihres tropischen Lebensraumes. Der Pazifische Blauflossenthunfisch wurde 2014 neu auf die Rote Liste der gefährdeten Tierarten gesetzt. Die steigende Nachfrage nach Sushi hat laut WWF zu einer starken Überfischung des Blauflossenthunfisches geführt.

Keine Eisschollen zum Ausruhen
Den Walrössern macht vor allem die Klimaerwärmung zu schaffen, da sich das Packeis der Arktis dieses Jahr stärker zurückgezogen hat als bisher. Normalerweise ruhen sich die Tiere auf Eisschollen aus. Ende September wurden aber 35'000 Walrösser an einem Strand in Alaska gesichtet.

Auch die Gelbbauchunke in der Schweiz sieht ihren Lebensraum schwinden. «Wegen unserem Ordnungsbedürfnis verschwinden immer häufiger kleine Überschwemmungsflächen, Pfützen und Tümpel», schreibt der WWF. Die Bestände des kleinen Lurches werden deshalb jährlich kleiner, in der Schweiz gilt die Gelbbauchunke unterdessen als "stark gefährdet".

Neue Schutzgebiete
Doch der WWF macht auch Gewinner im Jahr 2014 aus. Tiger, Blauwale und Berggorillas profitierten von neuen Schutzgebieten. So hat Chile ein 70'000 Hektar grosses Schutzgebiet im Golf von Corcovado eingerichtet. Mehrere hundert Blauwale kommen dort jedes Jahr zusammen, um ihre Jungen aufzuziehen.

Auch die Berggorillas im Virunga-Nationalpark in Kongo-Kinshas a und die Tiger in Nepal sind besser geschützt als noch vor einem Jahr. Den Europäischen Bison und den Biber zählt der WWF ebenfalls zu den Gewinnern 2014. Beide haben sich nach einer teilweisen Ausrottung ihren Lebensraum zurückerobert. Der Europäische Bison, das grösste Landsäugetier Eur opas, starb nach dem Ersten Weltkrieg aus.

Nach und nach wurden aber wieder Tiere ausgesetzt, total leben heute über 3400 Tiere in freier Natur. Der Biber wurde in der Schweiz bereits im 19. Jahrhundert ausgerottet. 1968 startete der WWF eine Wiederansiedlung. Mittlerweile habe sich der Bestand stark erholt, schreibt der WWF. Geschätzte 2000 Biber leben heute in der Schweiz.

Share

Kommentar schreiben


Die Redaktion behält sich vor, Kommentare zu kürzen, als Leserzuschriften im Heft abzudrucken oder auf die Publikation zu verzichten.

Galerien Alle Galerien