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Filmkritik

Shaun in der Stadt

Unterhaltung | Donnerstag, 12. März 2015 08:00, Leandra Jordi

Shaun das Schaf ist in Kinderzimmern längst ein Star und bekommt nun seinen eigenen Kinofilm. Dass darin alles drunter und drüber geht, war klar. Das Schäfli und seine Freunde unterhalten aber nicht nur, sondern vermitteln auch eine wichtige Botschaft.

Auf dem Hof sieht jeder Tag gleich aus. Der Bauer lässt die Schafe auf die Weide und beschäftigt sich dabei mehr mit seinem Smartphone als mit seinen Tieren. Ab und zu schert er sie, obwohl sie das nicht besonders witzig finden. Vorbei sind die Zeiten, in denen sie gemeinsam Spass hatten. Daran erinnert nur noch ein altes Foto. Shaun heckt einen Plan aus, wie er und seine Kollegen sich wieder mal einen schönen Tag machen können – ohne den Bauern. Dieser soll im Wohnwagen schlafen, damit die Schafe fernsehen und sich nach Herzenslust mit Pizza und Popcorn vollstopfen können.

Doch als der Hofhund Bitzer trotz Ablenkungsmanöver den Schafen auf die Schliche kommt, geht plötzlich alles schief. Der Wohnwagen rollt unkontrolliert in die grosse Stadt, der Bauer verletzt sich und verliert sein Gedächtnis. Nachdem er aus dem Spital geflohen ist, wird er als «Mr. X» zum gefeierten Star-Friseur – weil ihm die Haarschneidemaschine bekannt vorkommt und er damit einen Prominenten «schert». Sonst erinnert er sich an gar nichts mehr aus seinem früheren Leben.

Shaun ist unterdessen mit dem Bus in die Stadt gereist, um den Bauern zu suchen. Die Herde und Bitzer reisen ihm nach und wollen helfen. Dafür verkleiden sich die Schafe und ahmen Menschen nach, um nicht aufzufallen. Doch der grausame städtische Tierfänger ist ihnen auf den Fersen, der Bauer erkennt sie nicht und alles scheint verloren.

Von Kurz-Episoden zum Kinofilm
Die liebevoll gestalteten Knetfiguren werden dank der Stop-Motion-Technik (bekannt aus «Wallace & Gromit» und «Chicken Run») zum Leben erweckt. Kinder sind vom cleveren Schäfli Shaun und seinen Freunden schon lange begeistert – in 170 Ländern werden ihre Abenteuer gezeigt. Und auch Erwachsene bleiben sitzen, wenn die TV-Serie, die ohne Worte auskommt, läuft.

Ein Kinofilm war die logische Konsequenz. Er wurde durch ein Team von 17 Animatoren hergestellt, von denen jeder etwa zwei Sekunden des detailreichen Films pro Tag produzierte. Der Schritt von den kurzen Fernseh-Episoden à sieben Minuten zum Kinofilm ist gelungen – und noch immer braucht die gesamte Story kein einziges Wort. Trotzdem bringt sie einen zum Lachen und zum Nachdenken, ist witzig und charmant zugleich. Lustig sind auch die Plakate, die berühmte Filme parodieren, mit denen das Werk auf sich aufmerksam macht (siehe Bildergalerie oben).

In «Shaun das Schaf – der Film» kommt am Ende natürlich alles noch gut, doch bis dahin sind einige Hürden zu überwinden. Dann jedoch ändert sich etwas auf dem Hof. Der Bauer nimmt sich wieder mehr Zeit für seine Schafe und gemeinsam machen sie sich schöne Tage, anstatt im Alltagstrott zu versauern. So wollen uns die Knetfiguren sagen, dass wir das Wichtigste im Leben nicht vergessen dürfen: Die Dinge, die wir haben, und die Menschen, die uns lieben, zu schätzen.

«Shaun das Schaf – der Film», Animationsfilm, 85 Minuten, Verleih: Impuls Pictures AG, ab 18. März im Kino.



Der Trailer zum Film.

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