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Rekordblume

Titanwurz ins Papiliorama umgezogen

Zoo | Mittwoch, 21. September 2016, pd/nsn

Die Titanwurz des botanischen Gartens der Universität Basel ist heute verladen und ins Papiliorama in Kerzers transportiert worden. Dort soll die grösste Blume der Welt im Dezember blühen.

Die Titanwurz gilt als grösste Blume der Welt. Jahrzehntelang war kein blühendes Exemplar davon in der Schweiz zu sehen. Zwischen 2011 und 2014 hat dann aber die Titanwurz im botanischen Garten der Universität Basel, ein Exemplar aus Bonn, drei Mal ihre Blütenpracht entfaltet. Jetzt kommt die Blume nach Kerzers im Kanton Freiburg. Wegen Umbauarbeiten in Basel suchten die Verantwortlichen des botanischen Gartens eine geeigneten Platz für die spektakuläre Pflanze Unter der Kuppel des Jungle Trek im Papiliorama herrschen ideale Bedingungen für die tropische Pflanze.

Prominenter Feriengast
Papiliorama-Direktor Caspar Bijleveld verspricht laut Medienmitteilung: «Wir werden die Titanwurz wie unseren wertvollsten Schatz behandeln.» Grundsätzlich sei die Pflege der Knollenpflanze nichts Aussergewöhnliches. «Wir haben unter unseren drei Kuppeln viele exotische Pflanzen, die jeweils ihre ganz besondere Pflege benötigen.» Ein bisschen nervöser sei man aber schon mit einem so berühmten Gast.

Das Blatt der Titanwurz ist in den letzten Wochen abgewelkt. Die Blume ist nun in ihrer Ruhephase und war deshalb für das Umtopfen und den Transport bereit. Zuerst wurde dafür die Erde aus dem Topf entfernt. Um die heikle Pflanze nicht zu verletzen und sie ganz sanft aus dem Topf heben zu können, wurde ein Tuch unter der Knolle hindurchgezogen. Vor dem Verladen in den Lieferwagen wurde die schwere Knolle gewaschen, auf Schadstellen hin abgesucht und gewogen. Auf der Waage war die Überraschung gross: Die Knolle wiegt mit 87 Kilogramm fast doppelt soviel wie vor der letzten Blüte mit 46 Kilogramm.

Im Dezember soll die Blume stinken
Im Papiliorama wurde die Rekordknolle dann in einer speziellen Erdmischung wieder eingetopft. Bei all diesen Arbeiten war der Basler Gärtner Inayat Olmedo dabei, der im botanischen Garten für die Titanwurz verantwortlich war. Nach einer kurzen Ruhephase wird die Titanwurzknolle im Papiliorama während einiger Wochen intensiv neue Wurzeln bilden und eine unterirdische Knospe für die Blume anlegen. Wenn diese an der Oberfläche erscheint, dauert es nochmals etwa 5 Wochen bis zu Blüte.

Höhepunkt ist am Ende dieser Phase der Zeitpunkt, zu dem sich die bis zu drei Meter lange Blüte für wenige Tage öffnet. Dann verströmt die Titanwurz auch ihren berühmt-berüchtigten Gestank, um Aaskäfer zur Bestäubung anzulocken. Während dieser Zeit wird das Papiliorama auch Abends geöffnet sein, damit Besucher die Möglichkeit haben, das seltene Ereignis vor Ort selber zu bestaunen. Die Basler Experten rechnen damit, dass die Pflanze irgendwann im Dezember blühen wird.

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