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Artenschutz

Das sind die Gewinner und Verlierer 2016

Wildtiere | Samstag, 31. Dezember 2016 09:00, sda/dpa/msi/PD

Die Tiere werden illegal abgeschossen oder ihre Lebensräume zum Baugebiet erklärt: Bestände etlicher Arten schrumpfen weltweit. So verlief 2016 im Tierreich.

Rund 24'000 Tier- und Pflanzenarten sind nach Daten der aktuellen Roten Liste nachweislich vom Aussterben bedroht. Untersucht wurden für diese Liste 110'000 Arten. Die Umweltstiftung WWF warnt: Seit 1970 sind die Tierbestände weltweit um knapp 60 Prozent zurückgegangen. Der Mensch verursache gerade «das grösste globale Artensterben seit dem Verschwinden der Dinosaurier». Es gibt aber auch Lichtblicke. 

VERLIERER  

Afrikanischer Löwe 
Er galt als der Herrscher der Savannen, inzwischen ist seine Situation jedoch dramatisch: Auf dem ganzen afrikanischen Kontinent gibt es noch 23’000 bis 39'000 Löwen. In Afrika ging ihr Lebensraum in den letzten fünfzig Jahren etwa um 75 Prozent zurück. Reisst ein Löwe ein Rind, ist der finanzielle Schaden der Bauern immens. Die Löwen werden oftmals vergiftet oder erschossen. Auch Wilderer erlegen Löwen, um deren Körperteile in Asien zu verkaufen, wo sie in der traditionellen Medizin einen hohen Wert haben.

Menschenaffen
Mit der Hochstufung des Östlichen Gorillas auf der Roten Liste sind nun vier der sechs grossen Menschenaffen-Arten nur noch einen Schritt von ihrer Auslöschung entfernt, darunter Orang-Utans, bei denen der Borneo-Orang-Utan dieses Jahr ebenfalls hochgestuft wurde und nun wie der Sumatra-Orang-Utan als «vom Aussterben bedroht» eingestuft ist. Schimpanse und Bonobo sind «stark gefährdet».

Elefanten
Vor allem Wilderei hat die Zahl der Dickhäuter in Afrika schrumpfen lassen. Laut WWF wird derzeit pro Jahr im Schnitt alle 30 Minuten ein Elefant illegal abgeschossen, das Elfenbein landet in Asien auf dem Schwarzmarkt. Immerhin: Mitglieder der Weltnaturschutzunion (IUCN) einigten sich 2016 auf eine Resolution für ein Verbot des Elfenbeinhandels auch auf Binnenmärkten. Teilnehmer sprachen von einem guten Tag für Elefanten.

Giraffen
Giraffenhirn und -knochenmark als Mittel gegen Aids? In Teilen Afrikas glaubt man daran. «Immer mehr Wilderer stellen den Tieren nach», teilte der WWF in einer Bilanz mit. Binnen 30 Jahren sind nach Angaben der Weltnaturschutzunion knapp 40 Prozent des Bestands verschwunden. Giraffen sind drum neu als «gefährdet» eingestuft.

Haie und Wale
Um Walhaie und Vaquitas – die kleinsten Wale der Welt – sorgt sich der WWF. Beide verendeten immer wieder als Beifang in Netzen grosser Fischerei-Flotten. Vor der Küste Mexikos gebe es noch 60 Vaquitas.  «Wenn nicht schnell ein wirksamer Schutz gelingt, ist die Art dem Tod geweiht», so der WWF.

Sphagnum-Moos
Torfmoose (Sphagnum) leisten Grossartiges: Sie speichern Regenwasser und bilden dadurch ganze Ökosysteme, die wiederum riesige Mengen CO2 speichern. Moore sind jedoch weltweit gefährdet. Sie werden für Gartenerde oder Brennmaterial abgebaut. Entwässerungsgräben entziehen ihnen das lebensnotwendige Wasser. Wegen der intensiven Tierhaltung mit importiertem Futtermittel gibt es in der Schweiz kein einziges Hochmoor, das nicht durch zu hohe Stickstoffeinträge geschädigt wird. Immer, wenn Sphagnum-Moose sterben, entweicht gespeichertes CO2 in die Atmosphäre, was den Klimawandel anheizt.

GEWINNER  

Tiger
An der Cites-Konferenz in Johannesburg geriet China wegen seinen Tigerfarmen stark unter Druck. Ausserdem verkündete Laos, seine Tigerfarmen zu schliessen. Beides sind wichtige Schritte für die gestreiften Raubkatzen, nahm doch bei den Beschlagnahmungen von Tigerhaut und -knochen die Anzahl jener aus Farmen zu. Auch der Graupapagei zählt laut WWF zu den Gewinnern der Cites-Konferenz, da er in die höchste Schutzstufe aufgenommen wurde.  

Kirschessigfliege
Sie ist ein eingeschleppter Schädling aus dem asiatischen Raum, der Lebensraum gewinnt. In der Schweiz wurde er erstmals im Jahr 2011 nachgewiesen. Seither breitet er sich rasch aus. Die Kirschessigfliege befällt unbeschädigtes Obst wie Kirschen und Trauben, bevor es geerntet wird, und verursacht dadurch Schäden in der Landwirtschaft. Ihr kurzer Generationszyklus macht sie zu einem schwer bekämpfbaren Insekt (lesen Sie hier mehr zur Kirschessigfliege).

Grosser Panda
Die Panda-Bestände haben sich erholt. Die Art wurde auf der Roten Liste heruntergestuft – und ist statt «stark gefährdet» jetzt noch «gefährdet». Laut WWF wurden in freier Natur zuletzt 1860 Pandas gezählt, knapp 20 Prozent mehr als noch 2004. Und das, obwohl die schwarz-weissen Bären als Sex-Muffel gelten.

Pinguine
In der Antarktis entsteht nach einem Übereinkommen von 2016 das grösste Meeresschutzgebiet der Welt. Für den WWF werden dadurch Adelie- und Kaiserpinguine zu Siegern dieses Jahres. Ein Drittel beziehungsweise ein Viertel ihrer Bestände ist in der 1,55 Millionen Quadratkilometer grossen Schutzzone zuhause.  

Rotfeuerfische
Diese Einwanderer werden im sich erwärmenden Mittelmeer häufiger, beobachtet der WWF. Sie kamen durch den Suezkanal. Die giftigen Fische haben allerdings keine natürlichen Feinde – und bedrohen ihrerseits das ökologische Gleichgewicht.  

Tibetantilope
Fünf Tiere für einen Schal aus Königswolle: Früher ging es Tibetantilopen häufig zur Fertigung von «Shahtoosh-Schals» an den Kragen – und ans feine Unterfell. Inzwischen haben sich die Bestände nach WWF-Angaben erholt, dank Handelskontrollen und Bekämpfung der Wilderei.

Hier geht es zu den Gewinnern und Verlierern von 2015 und 2014.

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