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«Tierwelt»-Fotowettbewerb

Sieg mit zwei Streithähnen

Unterhaltung | Montag, 31. Juli 2017, Simon Koechlin

Mehrere Hundert Bilder sind beim siebten «Tierwelt»- Fotowettbewerb eingegangen. Das Rennen gemacht hat die Aufnahme von zwei streitenden Reihern.

Gämsen im Morgenrot, eine Begegnung zwischen einem Hausrotschwanz und einem Murmeltier, ein Biber, der eine Zuckerrübe klaut, eine Katze, die hochspringt wie ein Fussballgoalie. Die Bilder, die für die siebte Ausgabe des «Tierwelt»-Fotowettbewerbs auf der Redaktion eingegangen sind, lassen das Herz eines jeden Tier- und Naturfreunds hüpfen. Angesichts der Auswahl war die Aufgabe der Jury schwierig, einen Sieger zu bestimmen.

Gewonnen hat schliesslich Andreas Meier aus Biel-Benken im Kanton Baselland mit einer «Action-Aufnahme», wie er sie selber nennt: Ein Graureiher attackiert einen Silberreiher (siehe Seiten 6 und 7). Das Bild sei im Naturschutzgebiet Petite Camargue im Elsass entstanden, wenige Kilometer von Basel entfernt, erzählt Meier. Vor zwei, drei Jahren habe dort ein Graureiher einen der Weiher in dem Feuchtgebiet in Beschlag genommen. «Er war dort der Chef, andere Graureiher hat er schon gar nicht landen lassen.»

Zu einem Silberreiher allerdings, erzählt Meier, habe der dominante Graureiher eine Art Hassliebe entwickelt. «Der Silberreiher durfte sich im Weiher aufhalten – aber ab und zu, vielleicht zwei oder drei Mal pro Morgen, hat ihn der Graureiher attackiert und in die Schranken gewiesen.» Einen solchen Moment hat Meier eingefangen – wobei er bescheiden sagt: «Dass das Bild gut wurde, liegt auch an der Kamera.» Mit heutigen Systemen liessen sich mehrere Aufnahmen pro Sekunde machen – und auch die Schärfe sei meist kein Problem.

Vom Film zur Fotografie
Meier bezeichnet sich selber als professionell arbeitenden Amateurfotografen. Von der Ausbildung zum Chemiker rutschte er Ende der 1970er-Jahre in die Tierfilmerei. «Ich wollte einen kurzen Film drehen über die Petite Camargue – es wurden zwei Jahre Arbeit.» Über den Film kam Meier zur Tierfotografie – und liegt heute fast täglich auf der Lauer. Einige Arbeiten und Filmthemen sind auch auf seiner Website zu sehen, swiss-tierfilm.ch. «Die letzten zwei Wochen war ich auf dem Basler Friedhof Hörnli und fotografierte die berühmten Rehe, die dort leben», erzählt er.

Fotografieren ist für Meier vor allem beobachten. So lerne man viel über das Verhalten eines Tieres. Einst habe er für einen Film fünf Jahre lang Nutrias in der Region Basel beobachtet. «Dadurch habe ich diese Tiere wohl so gut kennengelernt wie kaum jemand in ganz Europa.»

Für seinen Volltreffer am Reiher-Weier erhält Andreas Meier ein neues, lichtstarkes Telezoom-Objektiv Tamron SP 70-200mm im Wert von 1890 Franken. Darüber freue er sich sehr, sagt der Wettbewerbsgewinner. Und wer weiss: Vielleicht gelingt ihm damit schon bald die nächste tolle Aufnahme.

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