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Wahrheit oder Legende

Mythen über Tiere – was stimmt wirklich?

Unterhaltung | Donnerstag, 7. September 2017 08:00, Niklaus Salzmann

Wir alle haben schon gehört, dass Kamele Wasser im Höcker speichern, Strausse den Kopf in den Sand stecken und Kühe auf die Farbe Rot reagieren. Doch was steckt wirklich hinter diesen weitverbreiteten Mythen?

Strausse stecken den Kopf in den Sand
Falsch. Würden Straussen eine derart unvorteilhafte Verteidigungsstrategie anwenden, wären sie längst ausgestorben. In der Tat ist jedoch der lange Hals recht auffällig, wenn er nach oben gereckt ist. Deshalb legen Straussen bei Gefahr den Kopf auf den Boden. Im Gegensatz zum sprichwörtlichen Kopf in den Sand stecken, beobachten sie dabei ihre Umgebung und nehmen notfalls auf ihren langen Beinen Reissaus.

Stiere sehen rot
Das rote Tuch des Stierkämpfers ist legendär. Es zieht die Aufmerksamkeit des Stiers auf sich, macht das Tier wütend, so die weitverbreitende Meinung. Doch das ist falsch: Rindern fehlen in den Augen die Rezeptoren für rote Farbe. Es sind vielmehr die Bewegungen des Tuches, auf welche die Stiere reagieren. Der Stoff könnte aus Sicht des Stieres ebenso gut grau sein – nur beim Publikum hinterlässt die Farbe Rot einen stärkeren Eindruck.

Kamele speichern Wasser im Höcker
Tatsächlich sind Kamelhöcker wertvolle Speicher für lange Touren durch karge Wüsten. Aber nein, nicht Wasser ist in ihnen gespeichert, sondern Fett. Flüssigkeit können Kamele dagegen in grossen Mengen im Magen und im Blut aufnehmen. Zudem gehen sie sparsam damit um – der Urin und Kot ist weit stärker konzentriert als beim Menschen und sogar die Feuchtigkeit der Atemluft wird beim Ausatmen zu einem grossen Teil durch Härchen in der Nase aufgefangen.

Manche Fledermäuse saugen Blut
Korrekt. Es gibt weltweit drei Fledermausarten, die sich von Blut ernähren. Zu den Opfern zählen etwa Vögel oder Kühe. Gezielt spüren die Vampirfledermäuse mit einem Wärmesensor in der Nase die Venen ihrer Beutetiere auf und injizieren eine Substanz, welche die Gerinnung des Blutes verhindert. Die Mengen an Blut, die sie zu sich nehmen, sind gering, jedoch können sie mit ihrem Biss tödliche Krankheiten wie die Tollwut übertragen.

Spinnen kleben nicht am eigenen Faden
Stimmt zum Teil. Der Körper einer Spinne könnte zwar tatsächlich an ihren eigenen Fäden kleben bleiben. An den Füssen hat sie aber Härchen, die erstens dafür sorgen, dass der Fuss selber nicht mit dem Faden in Kontakt kommt und auf denen zweitens eine ölige Substanz zu finden ist, welche den Klebstoff abweist. Allerdings sind gar nicht alle Fäden eines Spinnennetzes klebrig – und die Spinne weiss genau, welche Fäden sie sicherheitshalber besser gar nie betritt.

Krebse gehen rückwärts
Der Krebs krebst zurück, stimmt’s? Um diese Frage zu beantworten, müssen wir zuerst klären, was mit dem Wort «Krebs» gemeint ist. Denn zu den Krebstieren zählen Zehntausende von Arten. Zum Beispiel die Hummer, die sich sowohl vorwärts als auch seitlich und rückwärts fortbewegen. Beim Krebsgang haben wir allerdings eher das Bild einer Krabbe vor Augen. Und Krabben gehen mit ihren fünf Beinpaaren bevorzugt seitwärts – nein, nicht rückwärts.

Im Gegensatz zu anderen Krebstieren bewegt sich die Gemeine
Strandkrabbe bevorzugt seitwärts.
(Quelle: Arthro)
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