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Kamerafallen im Amazonas

Auf frischer Tat ertappt

Wildtiere | Donnerstag, 15. März 2018 16:00, Meret Signer

Kamerafallen im brasilianischen Amazonas zeigen, wer sich so alles auf den dortigen Feldern herumtreibt. Es ist ein erstaunliche Vielfalt an Tieren, die meisten richten allerdings keinen Schaden an.

Forscher der University of East Anglia in Norwich in der englischen Grafschaft Norfolk wollten wissen, wie sehr sich das Eindringen von Wildtieren in Anbaufelder auf die Menschen in Regenwald-Gemeinschaften auswirkt. Sie reisten deshalb nach Brasilien in den Amazonas. «Abgeschiedene Amazonas-Dörfer gehören zu den ärmsten der Welt, doch leben die Menschen dort, wo die Biodiversität am grössten ist. Tiere bedrohen manchmal ihre Lebensgrundlage, deshalb ist es für sie schwierig, die Biodiversität zu bewahren», sagt Studienautor Mark Abrahams in einer Medienmitteilung.

Abrahams und seine Kollegen wollten deshalb quantifizieren, wie gross der von Wildtieren angerichtete Schaden ist, welche Tiere ihn verursachen und welche Lösungen es für Mensch und Natur gibt. Während eines Jahres arbeiteten sie mit 47 Dörfern, führten Interviews und stellten 132 Kamerafallen in Maniokfeldern, welche über 61’000 Fotos schossen. Einige davon zeigen wir oben in unserer Bildergalerie. 

So konnten die Forscher feststellen, dass 99 Prozent der Schäden von vier Tierarten, beziehungsweise Gattungen angerichtet werden: Agutis und Pakas (beides sind grosse Nagetiere), mit den Schweinen verwandte Halsbandpekaris und die Hirschart der Grossmazamas. Sieben weitere Arten (Vögel und Gürteltiere) verursachen vernachslässigbare Schäden. Der Rest der 33 identifizierten Arten oder Gattungen geht auf den Feldern lediglich ein und aus. Durchschnittlich verlieren Bauern mehr als sieben Prozent ihrer Maniokerträge aufgrund von Wildtieren.

Einen Konflikt, wie er beispielsweise zwischen Bauern und Elefanten oft vorkommt, müsse es im Amazonasgebiet nicht geben, glauben die Forscher, die ihre Ergebnisse Ende Februar im «Journal of Wildlife Management» veröffentlichten. Denn bei den als Hauptschädlingen handelt es nicht um bedrohte Arten. Deshalb könne man sie jagen und essen und dafür andere, eher gefährdete Arten, die auch in die Felder eindringen, aber keine Schäden hinterlassen nicht jagen. Diese gefährde die Biodiversität nicht.

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