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Asien

Katzen mit Stummelschwänzen

1 Kommentare Haustiere | Donnerstag, 25. Juni 2015, Meret Signer

Warum haben die meisten Katzen in Südostasien keine oder verkümmerte Schwänze? Um diese Frage ranken sich allerlei Mythen und Legenden. Wir gehen der Sache auf den Grund.

Südostasienreisenden oder zumindest südostasienreisenden Katzenliebhabern fällt es sofort auf: Viele Büsis der Region gehen ohne oder nur mit halbem Schwanz durchs Leben. Dies gilt für Haus- und für Strassenkatzen gleichermassen. Die Glücklicheren unter ihnen haben allenfalls einen Knick im Schwanz.

Unter Touristen hält sich härtnäckig das Gerücht, die Einheimischen würden den Katzen die Schwänze abschneiden und diese absichtlich verstümmeln, und zwar weil – je nach Version der Geschichte – Katzen ohne Schwänze die besseren Mäusefänger seien, nicht wegliefen, schöner aussähen oder einfach, weil es den bösen Leuten Spass mache, die Tiere zu quälen. Zum Glück können wir hier Entwarnung geben: nichts davon stimmt. 

Nicht abgeschnitten
Eine weitere Legende besagt, dass eine thailändische Prinzessin in alten Zeiten ihre Ringe über den Schwanz einer Katze streifte und mit einem Knopf sicherte, bevor sie sich in ihr Bad begab. Die Nachkommen der Mieze hatten von nun an alle krumme Schwänze. Ebenfalls ins Reich der Märchen gehört wohl die Behauptung, Kinder würden junge Katzen an den Schwänzen herumschwingen, bis diese abfielen.

In Wahrheit liegt den krummen Katzenschwänzen ein Gendefekt zu Grunde. Die Kätzchen werden ohne Schwanz geboren. Woher die Mutation kommt, ist unklar. Eine Studie aus dem Jahr 2007 konnte zeigen, dass asiatische Katzen sich früh von anderen domestizierten Katzen abgespalten und isoliert entwickelt haben. So konnte sich die genetische Besonderheit wahrscheinlich in den Populationen ausbreiten. Gerade auf den begrenzten Gebieten der Inselwelt Indonesiens oder Thailands waren die Voraussetzungen dafür wohl günstig.

Leben ohne Schwanz
Und wie meistert ein stummelschwänziges Büsi sein tägliches Leben? Fällt es ständig um? Nein, das tut es natürlich nicht. Viel eher wird die Katze wohl in ihrer Verständigung mit den Artgenossen sowie mit Menschen gehindert, denn der Schwanz ist nicht nur dazu da, die Balance zu halten, sondern auch zur Kommunikation. Wie sie sich dennoch verständigen, wissen wir nicht. Auffallend ist aber, dass asiatische Katzen deutlich mehr miauen als europäische.

Kommentare (1)

juergen trautmann am 18.06.2019 um 00:40 Uhr
ich taufte diese besonderheit " laotische hakenschwanz-katze." ich lebte 15 jahre lang in thailand und hoerte davon, dass diese katzen ohne, oder mit hakenschwanzstummel aus laos stammen...aehnlich unseren europäischen luchsen, kommen in laos dschungeln...oder kamen...sogenannte kurzschwanz-katzen vor. diese vermischten sich mit langschwaenzigen hauskatzen und dabei kommen immer wieder hakenschwanzkatzen vor...also kein gendefekt wie bei den manx-katzen der insel man....

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