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Seltene Mutation

Das Werwolf-Büsi von Kapstadt

Haustiere | Montag, 6. Juni 2016, msi

Tierschützer entdecken in einem Wurf verlassener Strassenkätzchen ein ganz besonderes kleines Büsi. Es trägt eine Genmutation in sich und gehört zu einer der seltensten Rassen der Welt.

Mit ihrem struppigen, schwarzen Fell und vielen kahlen Stellen sehen Lykoi-Katzen schon etwas gruselig aus – daher auch ihr Name: Werwolf-Katzen. «Lykoi» ist griechisch für «Wölfe».

Mit einem Werwolf hat der kleine Eyona sonst aber wenig gemeinsam. Ende Mai wurde der Kater gemeinsam mit seinen fünf Geschwistern unter einem Busch in der südafrikanischen Stadt Kapstadt von Helfern der Tierrettungsorganisation TEARS gefunden und gerettet. Dass er anders als seine Geschwister war, konnten die Tierschützer auf den ersten Blick erkennen. Man habe allerdings erst gedacht, dass das Kätzchen an einer Hautkrankheit leide oder eine Devon Rex sei, sagt TEARS-Mitarbeiterin Mandy Store im obigen Video der Nachrichtenagentur AFP. 

Johnny Gobble, US-Tierarzt und Lykoi-Züchter, habe dann aber bestätigt, dass es das Kätzchen gesund war – und dass es sich dabei um eines der seltenen Lykoi handelt. Weltweit sind nur 35 Fälle eines natürlichen Auftretens dieser in kurzhaarigen Hauskatzen vorkommenden Genmutation bekannt. Eyona, sein Name bedeutet auf Xhosa «der Eine», ist einer von ihnen.

Verspielt wie Hunde
Gobble selbst hat 2011 angefangen, Lykoi zu züchten, später wurden die Lykoi dann international als neue Rasse anerkannt. Mittlerweile gibt es eine Handvoll Züchter in den Vereinigten Staaten, Kanada, Südafrika und Frankreich. Gobble sagt: «Wir nennen die Lykoi auch eine ‹Zweite-Chance-Rasse›. Alle unsere Gründerkatzen wurden auf ähnliche Weise gefunden wie Eyona, sie stammen aus Tierheimen oder wurden von der Strasse aufgelesen.» Lykoi sollen eine aussergewöhnlich verspielte und anhängliche Persönlichkeit haben und sich in ihrer Treue zu Menschen fast wie Hunde verhalten. Es gibt aber auch Kritik an der neuen Rasse: Da sich Lykoi-Katzen sehr gut verkaufen, könnte es bald viele unseriöse Züchter geben, die nur auf das Geld aus seien, befürchten Tierschützer.

Doch das braucht den kleinen Eyona nicht zu stören. Das Werwolf-Büsi soll nicht zur Zucht seiner seltenen Rasse eingesetzt werden, sondern bleiben, wo es ist. Wie es bei TEARS heisst, wohnt es nun bei einem Katzenexperten der Organisation. So soll es sich wie ein normales Kätzchen entwickeln können.

 

 

 

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