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Sicherheit in der Dunkelheit

Hunde | Montag, 31. Dezember 2018 09:12, Annette Schmitt

In der Winterzeit wird es abends früh dunkel. Schlechte Lichtverhältnisse sorgen dabei für Gefahren beim Gassigehen mit dem Hund. Welche Vorsichtsmassnahmen empfehlenswert sind. 

Leuchtartikel
Damit Mensch und Hund im schummrigen Dämmerlicht besser zu sehen sind, sollte bereits der Zweibeiner zu heller Kleidung oder Warnweste greifen. Für den Vierbeiner bekommt man im Zoofachhandel reflektierende Halsbänder, Geschirre und Leinen. Es gibt auch Hundewesten oder -mäntel, die bei Lichteinfall ebenfalls strahlen. Patrizia Flace, SKN-Hundetrainerin aus Bülach ZH, bevorzugt Blinklichter, weil sie noch besser zu sehen sind als konstante Leuchten. Für Hunde sind auch batteriebetriebene, blinkende Halsbänder oder dauerhaft leuchtende Anhänger, Leinen, Halsbänder und Geschirre erhältlich. Wichtig: Nicht zu grosse Leuchtbänder umbinden, damit der Hund nicht irgendwo hängen bleibt. Für eine kleine Spielrunde bei Dämmerung gibt es spezielles Spielzeug wie  Leucht-Frisbee-scheiben oder Neon-Bälle. 

Pfotenschutz
Im Winter ist es nicht nur schon früh dunkel, sondern auch kalt. Eine zugefrorene Eisfläche sieht man bei Dunkelheit schlecht – da ist besondere Vorsicht angesagt. Denn dünnes Eis auf Pfützen kann schnell brechen und durch die entstandenen scharfen Kanten die Hundepfote empfindlich verletzen. Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollte man morgens und abends besser nur auf beleuchteten Wegen spazieren gehen. Andernfalls schützen spezielle Booties, also Hundeschuhe aus Leder oder stabilem Neopren, den Vierbeiner vor zerschnittenen Ballen. Auch sind Hundehalterinnen und -halter mit rutschfesten Schuhsohlen oder Spikes gut beraten, um auf glatten Flächen nicht auszurutschen. 

Stirnlampe
Stirnlampen sind ausgesprochen praktisch, da man mit ihnen neben einer guten Ausleuchtung auch die Hände frei hat. «Eine Stirn- oder Taschenlampe kann auch bei einer eventuellen Suche nach seinem Hund helfen», sagt Hundetrainerin Flace. Und sollte sich der Hund verletzen, an der Pfote beispielsweise, sei eine mitgeführte Lampe ebenfalls nützlich.

Verkehrsregeln
Sobald es dämmert, sollte der Vierbeiner auf dem Trottoir und nicht am ungesicherten Strassenrand laufen. «Muss man doch einmal ein Stück auf einer Strasse gehen, bewegt man sich besser entgegen der Fahrtrichtung», rät Hundetrainerin Patrizia Flace. Ausserdem ist es gerade bei schlechten Lichtverhältnissen wichtig, dass der Hund auf der dem Verkehr -abgewandten Seite läuft. Vor Strassenüberquerungen soll der Hund auf dem Trottoir stehen bleiben oder sich kurz hinsetzen, bevor er auf Kommando die Strasse überqueren darf.

Stolperfalle 
Besondere Vorsicht gilt mit ausziehbaren Leinen. Nur spezielle Modelle verfügen nämlich über ein reflektierendes Seil, ansonsten ist die Leine im Finstern nicht zu sehen. Für Velofahrer, Jogger und andere Fussgänger können lange, «unsichtbare» Ausziehleinen so schnell zur schmerzhaften Stolperfalle werden. Die Hunde-trainerin empfiehlt, besser eine normale Leine zu verwenden – «so hat man den Hund im Dunkeln am besten im Griff».

Freilauf
Gehorcht der Vierbeiner nicht absolut zuverlässig, sollte er schon in der Dämmerung nicht mehr abgeleint werden; im Dunkeln bleibt am besten jeder Hund an der Leine, auch wenn er sonst gut folgt. Zu schnell entschwindet der Vierbeiner im diffusen Laternenlicht und kann dann für sich selber, andere Verkehrsteilnehmer oder auch Katzen oder Wildtiere zur Gefahr werden. Gegen den Freilauf im Dunkeln spreche ausserdem, dass Hunde dann generell ein ganz anderes Verhalten zeigen als bei Tageslicht. Ihr Drang zu beschützen sei stärker, sagt Patrizia Flace. Hunde erschrecken auch viel schneller, teils wegen banaler Sachen wie etwa einem parkierten Roller oder jemandem, der sich ungewöhnlich bewegt. 

Kennzeichnung
Auf Spaziergängen im Dunkeln geht ein Hund schneller mal verloren, so empfiehlt es sich, an seinem Halsband eine Adresskapsel oder ein graviertes Schild mit der Telefonnummer des Halters zu befestigen. Zwar sind alle Hunde mittlerweile per implantierten Mikrochip identifizierbar, der Chip kann aber nur mittels eines speziellen Geräts abgelesen werden – das dem Normalbürger nicht zur Verfügung steht. Einen verschollenen Hund meldet man bei der Schweizer Tiermelde-zentrale (www.stmz.ch). Dort gibt es auch spezielle Plaketten mit der Rufnummer der STMZ, die am Halsband des Hundes befestigt werden können. 

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