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Vorsicht, Gift im Haus

Hunde | Mittwoch, 26. Dezember 2018 12:00, Regina Röttgen

Süssigkeiten, Frostschutzmittel, Weihnachtsstern – in einer jeden Küche oder Stube lauern Gefahren für den Hund. Besonders risikobelastet ist die Advents- und Weihnachtszeit.

Insgesamt 1468 Anfragen zu Vergiftungen bei Hunden gab es 2017 nach Angaben von Tox-Info Suisse, sechs davon verliefen tödlich. «An erster Stelle stehen Medikamente», sagt Jacqueline Kupper von Tox-Info und Vetsuisse Zürich, «meist waren es humanmedizinische Arzneimittel.» Entweder habe der Halter in guter Absicht das Medikament seinem Hund selbst verabreicht oder es offen herumliegen lassen. Gerne geschluckt würden auch Knopfbatterien. «Bleiben sie an der Schleimhaut kleben, kann der Stromfluss in der Speiseröhre zu ernsthaften Schäden führen.»

«An zweiter Stelle kommen Vergiftungen mit Schädlingsbekämpfungsmitteln», warnt die Veterinärtoxikologin vor unbedachtem Gebrauch. Besonders gefährlich seien Mittel zur Nager-, Insekten- und Schneckenbekämpfung. Doch auch andere Stoffe wie Natronlauge, Salpeter, Zinksalze, Düngemittel und Frostschutzmittel sollten für die Hundezunge stets unerreichbar sein. 

So führen bereits geringe Mengen des in Frostschutzmitteln enthaltenen Ethylenglycols bei Hunden zu schweren Nierenschäden bis zu tödlichem Nierenversagen. Aufgrund seines süssen Geschmacks schlecken Hunde es gern. Pflanzendünger, der ein ungenügend erhitztes Extrak­tionsschrot aus Rizinussamen enthält, kann laut der Expertin bei Hunden in Multiorganversagen resultieren. Aus gleichem Grund sind Rizinussamen auch als Dekoration oder im Garten nicht geeignet.

Giftpflanzen und Birkenzucker
Bei Pflanzen ist grundsätzlich Vorsicht geboten. Laut Kupper ist es ein Irrglaube, dass Hunde instinktiv das Maul von giftigen Pflanzen liessen. Nebst Drachenbaum steht gerade zur Weihnachtszeit eine Gefahr im Wohnzimmer: der Weihnachtsstern. Seine Toxizität hängt von der Zuchtform ab. «Die heutigen Zuchtformen sind in der Regel zwar ungiftig, trotzdem sollte man vorsichtig sein», rät Kupper. Selbst beim Wasser im Blumenuntertopf ist Achtsamkeit angesagt. Das Giesswasser von oxalathaltigen Pflanzen wie den Araceae, also Aronstabgewächsen, könne bei wiederholtem Trinken durchaus Nierenprobleme verursachen.

Die Advents- und Weihnachtszeit ist ohnehin risikobelastet. Nicht nur sind herunterbaumelnde Kugeln, glitzernder Weihnachtsschmuck und Stromkabel potenzielle Gefahrenquellen für neugierige Vierbeiner. Die Fülle der Süssigkeiten birgt ebenfalls erhöhtes Risiko. Schlägt sich der Vierbeiner mit Schokolade den Bauch voll, kann das für ihn den Tod bedeuten. Das enthaltene Theobromin – in dunkler Schokolade hoch konzentriert – ist für Hunde giftig. 

Andere Süssigkeiten können den Süssstoff Xylit, auch Xylitol, Birkenzucker oder E 967 genannt, enthalten. Dieser führt beim Hund zum Abfall des Blutzuckerspiegels, er kann ins Koma fallen, schlimmstenfalls sterben. Essbares sollte generell nicht herumstehen: Selbst eingetrocknete Fleischbrühe kann gefährlich sein. «Die vermehrte Salzaufnahme hat einen hohen Serumnatriumspiegel zur Folge, der zu einem Hirnödem und so zum Tode führen kann», warnt Jacqueline Kupper.

Aufpassen sollten Halter ebenfalls bei Geschenken für den Vierbeiner. «Wir empfehlen PAK- und Phthalat-freie Spielsachen zu kaufen», sagt Kupper. Ersteres gilt teils als krebserregend, Letzteres könnte langfristig Organe oder die Hormonproduktion schädigen.

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