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Im Bann des Mondes

Kaninchenzucht nach Mondkalender

Kaninchen | Dienstag, 29. Januar 2019, Ursula Glauser

Viele Kaninchenzüchter sind davon überzeugt, dass der richtige Mondstand beim Decken zu schöneren und vitaleren Jungtieren verhilft. Aberglaube oder Tatsache? Im Zweifelsfall geht Probieren über Studieren. 

Dem Zauber einer schönen Mondnacht kann sich kaum jemand entziehen. Doch der Mond versetzt nicht nur in romantische Stimmung, für viele Lebewesen ist er ein wichtiger Taktgeber. So laichen beispielsweise jedes Jahr in einer November-Vollmondnacht mehr als 130 Korallenarten gleichzeitig im australischen Great-Barrier-Riff. Obschon dabei auch die Taglänge und die Wassertemperatur eine Rolle spielen, geht es nicht ohne Mond. Ist er hinter den Wolken verborgen, kommen die Korallen offensichtlich nicht in Stimmung, das Ablaichen bleibt aus. Vertiefende Untersuchungen haben gezeigt, dass sich die Genaktivität der Korallen verändert, je nachdem, ob der Mond zunimmt oder abnimmt. 

Doch viele Untersuchungen zum Einfluss des Mondes auf Lebewesen kommen zu widersprüchlichen Ergebnissen. Eine britische Studie etwa fand aggressiveres Verhalten von Hunden bei Vollmond, eine australische Studie konnte das nicht bestätigen. Die Schwierigkeit liegt oftmals auch in der grossen Streubreite der tierischen und menschlichen Probanden. Jeder Mensch und jedes Tier ist ein Individuum, das in seiner genetischen Ausstattung, in seiner Vitalität und seiner Reaktionsfähigkeit gegenüber Umwelteinflüssen einzigartig ist. Ist ein Einfluss des Mondes zwar da, aber eher schwach ausgeprägt, kann das Resultat schlicht in der statistischen Streubreite untergehen. 

Im Gartenbau und in der Landwirtschaft werden die Arbeiten oft nach dem Mond gerichtet. So wird Mist bevorzugt bei abnehmendem Mond ausgebracht, am besten, wenn dieser im Zeichen der Waage steht; so soll der Mist rasch abgebaut werden und bleibt nicht lange auf dem Feld liegen. 

Mondbogen, Phase, Tierkreiszeichen
Kaninchenzüchter sind zu einem grossen Teil überzeugt, dass die Jungtiere besser gedeihen, schönere Felle haben und vitaler sind, wenn man bei der Paarung den Mondstand berücksichtigt. Dieser solle beim Decken der Zibbe auf jeden Fall zunehmend sein, damit die Entwicklung der Föten optimal verlaufe. Darüber hinaus verhelfe es der Nachzucht zu schönen, dichten Fellen, wenn der Mond in einem Tierkreiszeichen mit Fell (Widder, Stier, Löwe, Steinbock) stehe. 

Daneben gelte es auch den Bogen zu beachten, den der Mond am Himmel beschreibt. Steigt er Nacht für Nacht höher, ist der Mond obsigend (aufsteigend), wird der Bogen wieder kleiner, nennt man den Mond nidsigend (absteigend). Obsigend und nidsigend sollen nach der Beobachtung der Züchter vor allem die Ohrenstellung beeinflussen. Widderzüchter wählen eher Deckdaten, an denen der Mond nidsigend ist. Bei stehohrigen Kaninchenlinien, die zu einer breiten Ohrstellung neigen, sollten eher Daten mit obsigendem Mond berücksichtigt werden.

Einen etwas anderen Ansatz wählte eine amerikanische Schülerin: In ihrer Abschlussarbeit untersuchte sie den Einfluss der Mondphase auf das Geschlecht der Nachzucht. Aus total 18 Würfen erhielt sie 108 Jungtiere. Davon waren 57 Rammler und 51 Zibben – ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis, wie man es erwartet. 

Berücksichtigt man aber die Mondphasen, wird es interessant: Paarungen um den Neumond herum ergaben 29 Rammler und 9 Zibben, Paarungen um den Vollmond herum resultierten in 7 Rammlern und 25 Zibben. Paarungen um den Halbmond herum ergaben 21 Rammler und 17 Zibben. Natürlich ist der Stichprobenumfang zu klein für eine statistisch gesicherte Aussage, doch bemerkenswert ist das Resultat alleweil. Und jeder Kaninchenzüchter kann ja ganz einfach die Probe aufs Exempel machen. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihre Erfahrungen per E-Mail mitteilen.

Unseren Mondkalender mit allen günstigen Paarungsterminen für Kaninchen können sie hier anschauen und herunterladen: www.tierwelt.ch/mondkalender.

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