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Die Tücken beim Vogelkauf

Ziervögel | Mittwoch, 27. Juni 2018, Lars Lepperhoff

Ein Vogelkauf muss gut überlegt sein. Zudem ist es herausfordernd, Neuzugänge mit Alteingesessenen zu vergesellschaften. Was ist bei einem Vogelkauf zu beachten und wie können Neuzugänge zusammengeführt werden? Einige Ratschläge. 

Die Vogelhaltung ist eine faszinierende Passion. Wer damit beginnen will, hat eine grosse Zahl an Arten zur Auswahl, die er für eine Haltung ins Auge fassen kann. Eine gute Idee ist, sich an Ausstellungen einen Überblick über die Vielfalt an gehaltenen und gezüchteten Arten zu verschaffen. In Fachbüchern sollte sich der Interessent über die Bedürfnisse seiner favorisierten Vögel orientieren. Es ist auch nicht ratsam, gleich mit einer schwierigen, langlebigen Art, wie beispielsweise mit Grosspapageien zu beginnen. Wenn es nicht auf Anhieb klappt, ist nämlich die Frustration gross, zudem ist es oft schwierig, besondere Arten als Nachzuchten bei Züchtern zu finden.

Das ist bei Zebrafinken, Binsenastrilden, Wellen- und Nymphensittichen und vielen Agapornidenarten wesentlich einfacher. Sie sind als Körnerfresser gut zu halten und werden häufig gezüchtet. Darum gehören sie zum Standardsortiment an Vogelbörsen. Da sind gute Möglichkeiten, Vögel zu erwerben. Zudem sind hier auch immer Züchter zugegen, die für Tipps gefragt werden können. 

Vögel sollten zuerst während einiger Zeit im Verkaufskäfig beobachtet werden. Wenn sie schlafend mit leicht aufgeplustertem Gefieder auf einer Stange sitzen, ist das kein gutes Zeichen. Vielmehr sollten sie durch lebhaftes Verhalten auffallen, das Auge sollte geöffnet und das Gefieder intakt sein. Es ist ratsam, Jungvögel zu erwerben. Oben erwähnte Arten haben den Vorteil, dass sich die Geschlechter äusserlich unterscheiden. Bei Zebrafinken hat nur das Männchen eine bunt gefärbte Gesichtsmaske, bei den Binsenastrilden ist der Kopf des Männchens feuerrot, bei Wellensittichen tragen nur die Männchen eine hellblaue Hornhaut auf dem Oberschnabel und bei Nymphensittichen hat nur das Männchen einen ausgeprägt gelben Kopf.

Behutsam aneinander gewöhnen
Mit Ausnahme des selten angebotenen madagassischen Grauköpfchens und der äthiopischen Bergpapageien sehen die Geschlechter bei den Agaporniden gleich aus. Sie können durch eine DNA-Analyse bestimmt werden. Dafür müssen Federn, die im Kloakenbereich gezupft werden, an ein Labor gesandt werden, das auf DNA-Analysen spezialisiert ist. Manchmal hat der Züchter das bereits gemacht, sodass er sichere Paare verkauft. Wird ein Pärchen erworben, sollte darauf geachtet werden, dass die Vögel nicht vom gleichen Zuchtpaar abstammen.

Es ist ideal, wenn zwei Vögel gleichzeitig erworben werden können. Beide beginnen das Leben am neuen Ort mit gleichen Voraussetzungen. Alles ist neu, sie müssen sich nicht nur an die neue Umgebung, sondern auch aneinander gewöhnen. Oft ist es aber so, dass einem einzeln lebenden Exemplar ein Kumpan zugesellt werden soll, weil der ursprüngliche Partner verstorben ist.

Vögel können beim Partner wählerisch sein. Haben sie aber während einigen Wochen alleine gelebt, ist das Bedürfnis danach meist so gross, dass sie eher bereit sind, einen Neuzugang zu akzeptieren. Wenn vor dem Einsetzen des Neulings alle Äste ausgewechselt werden, kann damit eine neue Situation geschaffen werden, die den alteingesessenen Pflegling herausfordert. Eventuell können auch beide nebeneinander je in einem Käfig gehalten werden. Sie können sich so kennenlernen, ohne dass es zu Kämpfen kommt. Plötzlich ist das Bedürfnis nach dem Partner da, sodass eine Zusammenführung gut klappt. 

Vögel sind Individuen. Entsprechend vielfältig sind auch die Erlebnisse bei Zusammenführungen. Wer nicht züchten möchte, sollte von oben genannten Arten am besten zwei Männchen halten. Paaren sollten Zuchtmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden, den Sittichen Nistkästen und den Prachtfinken halb offene Nistkästchen.

Kistenkäfige und Zimmervolieren sind ideale Orte. Eine gute Luftqualität im Raum, Licht, Beschäftigungs- und Flugmöglichkeiten tragen zu einem glücklichen Leben bei. Wichtig ist eine etwa zwölfstündige Nachtruhe. Wenn man Körnerfresser hält, so sind Wildkräuter, die im Frühling gesammelt werden können, Früchte und Gemüse wichtige Ernährungsgrundlagen. Kalk sollte in Form eines Kalksteins oder von Sepiaschalen immer zur Verfügung stehen. 

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