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Geflügelernährung

Obst schafft Beschäftigung

Geflügel | Montag, 12. Juni 2017, Wilhelm Bauer

Wenn Hühner Langeweile haben, picken sie an den Federn ihrer Artgenossen herum und im schlimmsten Fall fliesst sogar Blut. Obst kann hier Abhilfe schaffen. Die Frage ist aber, wie man es am besten zur Verfügung stellt.

Es scheint ein Bild aus einer heilen Welt zu sein, wenn Hühner unter Obstbäumen umherlaufen und mal hier, mal dort an Fallobst picken. Allein, es ist graue Theorie! Denn die Anzahl an angepickten Äpfeln, Birnen und so weiter ist verschwindend gering. In ihrer Gesamtheit scheinen sie für Hühner nicht besonders attraktiv zu sein. Ob es nun die etwas dickere, feste Schale oder deren Glattheit ist, die allerlei Obst für Hühner uninteressant machen, weiss man nicht so recht.

Kaum hat allerdings ein Apfel eine weichere Stelle oder ist gar angedellt, scheint es für die Hühner kein Halten mehr zu geben. Viele Züchter gehen deshalb dazu über, das Obst mit den Füssen platt zu treten. Spätestens dann wird es von den Hühnern fast restlos gefressen. Als besonders erfreulich ist anzusehen, dass die Hühner damit Beschäftigung haben. Beschäftigung wiederum ist das beste Mittel gegen Langeweile. Tritt sie nämlich bei den Hühnern auf, kann eine Folge Federpicken sein. Was das bedeutet, kann nur der nachvollziehen, der mit dieser Untugend einmal konfrontiert wurde.

Gerade im Spätsommer und Herbst sollte man deshalb nicht müde werden, seinen Hühnern immer wieder Obst zu verfüttern. Dabei braucht es nicht Ia-Ware zu sein. Auch – oder gerade – das Fallobst ist ideal geeignet. Viele Züchter gehen deshalb dazu über, auch dieses so lange wie möglich haltbar zu halten. Wer die Chance hat, Äpfel und Birnen zu bekommen, die sich nicht mehr verkaufen lassen, sollte diese Quelle durchaus nutzen. Denn auch ausserhalb der Erntezeit sollte man es nutzen. Neben dem reinen Beschäftigungsgedanken sind nämlich auch die Inhaltsstoffe von Apfel und Co. durchaus sinnvoll.

Nägel einschlagen, Obst aufstecken
Vor allem im Winter, wenn die Hühner unter Umständen über einen längeren Zeitraum im Stall bleiben müssen, sollte man sich allerdings eine sinnvolle und praktikable Fütterungsmethode einfallen lassen. Selbstverständlich kann man das Obst zerkleinern und unters Futter mischen. Eine Darreichung in der Einstreu verbietet sich jedoch schon allein aufgrund der hygienischen Rahmenbedingungen. Einige Züchter haben eine Lösung für dieses Problem gefunden. Dazu werden normale Nägel an der Stallwand eingeschlagen und das Obst aufgeschnitten und aufgesteckt. Die Hühner picken dann mit völliger Begeisterung das Fruchtfleisch heraus, sodass nur noch die Schalenhülle übrig bleibt.

Man braucht die Nägel dabei nicht nur im Stall anbringen. Auch im Auslauf lassen sich verschiedene Plätze finden. Die Aussenwand des Stalles oder einfach ein auf den Boden gelegtes Brett ist ideal dazu geeignet.

Während Hühner gegenüber Neuerungen in ihrem Umfeld eigentlich recht vorsichtig sind, beobachtet man dieses Verhalten bei den aufgesteckten Äpfeln und Birnen nicht. Ganz im Gegenteil. Brauchen sie am Anfang maximal zwei bis drei Minuten, bis sie picken, hat man später kaum Zeit, die Obsthälfte anzubringen. Versuchen Sie es also ruhig. Ihre Hühner werden es Ihnen danken.

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