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Herpesvirus

Die Mareksche Krankheit ist tückisch

Geflügel | Dienstag, 3. September 2019, Fabian Schenkel

Die Mareksche Krankheit wird durch den Herpesvirus übertragen und endet meistens tödlich. Es empfiehlt sich daher, vorbeugend Eintagsküken zu impfen. 

Die Gefahr lauert im Alltag. Meist ist  es ein infizierter Gegenstand, ein Tier oder erregerhaltiger Staub, der eingeatmet oder über den Schnabel aufgenommen wird und so durch einen Herpesvirus die Mareksche Krankheit überträgt. Der Erreger kann länger als ein Jahr überleben und ist besonders für Küken sehr ansteckend. Die Inkubationszeit kann von drei Wochen bis zu mehreren Monaten betragen. 

Je jünger das Huhn bei der Ansteckung ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Krankheit tödlich endet. Eine Heilung ist nicht möglich. Wie Schobries im Buch «Geflügelkrankheiten» schreibt, ruft die Mareksche Krankheit besonders bei heranwachsenden Tieren Zellwucherungen hervor. Es gibt verschiedene Erregervariationen. Bei der Augenform sind veränderte Pupillenformen sichtbar. Bei der Tumorform zeigen sich keine typischen Krankheitsbilder. Die Tiere magern ab und verenden, weil in den inneren Organen wie Leber, Milz oder Lunge krebsartige Zellwucherungen entstanden sind. 

Am häufigsten wird die Nervenform beobachtet, bei der durch Wucherungen in unreifen Blutzellen Funktionsstörungen in Form von Lähmungen hervorgerufen werden. Diese zeigen sich, wenn die Beinnerven betroffen sind. Dabei liegt das Tier auf der Seite, ein Bein wird nach vorne gestreckt und das andere nach hinten. Bei geschädigten Flügeln hängen diese nur noch schlaff herab oder der Schwanz wird schief getragen. Bei Halslähmungen verdrehen die Tiere den Kopf. Durch die Krankheit lässt der Appetit nicht nach. Sofern die Tiere noch gehen können, machen sie sich auf den Weg zum Futtertrog. 

Beim Impfen zusammenspannen
Die Tiere können bereits in der vierten Lebenswoche erkranken. Am häufigsten bricht die Krankheit jedoch zwischen der zehnten und zwanzigsten Alterswoche aus. Oft trifft beim Eintritt der Legereife nochmals ein Schub von Ausbrüchen auf. Ab der dreissigsten Lebenswoche klingen die Ausbrüche meist ab. 

Ein Heilmittel gegen die Krankheit gibt es nicht, auch eine besondere Pflege wirkt sich nicht positiv auf die Tiere aus. Es gibt zwar rassen- und linienbedingte Unterschiede, schreibt Schobries in seinem Buch, doch die Krankheit tritt auf der ganzen Welt auf. Hohe hygienische Standards und ein verhinderter Kontakt zu älteren Hühnern minimieren die Ansteckungsgefahr jedoch. 

Um das Risiko in grösseren Beständen gering zu halten, werden die Küken am ersten Tag gegen die Krankheit geimpft. Diese Empfehlung gibt auch der Impfstoffhersteller Merck Sharp & Dohme in seiner Informationsbroschüre heraus. Der Impfstoff ist jedoch nur in Dosen für tausend Tiere verfügbar und muss innert kurzer Zeit eingesetzt werden, weshalb sich ein Zusammenschluss und eine gemeinsame Impfaktion von verschiedenen Hobbyzüchtern empfiehlt. Mit züchterischen Massnahmen auf die Widerstandskraft der Hühner zu setzen, ist ebenfalls möglich. Es dauert allerdings einige Jahre, bis der Befall in einer Zucht reduziert wird. 

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