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Grossraubtiere

Verdacht auf Wolf im Thurgau

Wildtiere | Freitag, 3. März 2017, sda

In Hohentannen und in Uesslingen im Thurgau sind seit Anfang Woche Schafe gerissen worden. Vieles deutet auf einen Wolf hin. Auch im Zürcher Weinland ist ein Schaf durch ein hundeartiges Tier getötet worden.

Es sei «nicht auszuschliessen, dass der Wolf nach mehr als 200 Jahren Abwesenheit in den Kanton Thurgau zurückgekehrt ist», heisst es in einem Communiqué der kantonalen Jagd- und Fischereiverwaltung vom Freitag. Anfang Woche wurden auf zwei Schafweiden in Hohentannen bei Bischofszell mehrere Tiere von einem Raubtier gerissen; weitere Schafe wurden verletzt. In Uesslingen bei Frauenfeld schlug in der Nacht auf Donnerstag ein Raubtier zu. Ein Schaf wurde dort gerissen, drei weitere verletzt.

Nach ersten Befunden durch das Zentrum für Fisch- und Wildtiermedizin der Universität Bern wurden die Schafe von einem Hund oder von einem Wolf gerissen. Die Rissbilder von Hund und Wolf seien sehr ähnlich, und direkte Beobachtungen habe es nicht gegeben, heisst es. Erst genetische Proben können einen klaren Nachweis erbringen. Diese Untersuchungen dauern mehrere Wochen. Offen ist auch, ob ein Zusammenhang zwischen den Rissen in Hohentannen und Uesslingen besteht.

Es sei bekannt, dass Wölfe in einer Nacht Dutzende Kilometer zurücklegen können. Im Frühling wandern jeweils vor allem junge Männchen aus ihren Rudeln ab, um eigene Territorien zu suchen. Somit sei durchaus denkbar, dass einer oder mehrere Wölfe in den Thurgau eingewandert seien. Die Jagd- und Fischereiverwaltung empfiehlt den Kleintierhaltern vermehrte Aufmerksamkeit und Schutzmassnahmen gegen Raubtierangriffe. So sollen die Tierhalter ihre Zäune überprüfen und wenn nötig anpassen. Schafe und ähnliche Tiere sollten nachts in Ställe gebracht werden.

Jungwolf im Kanton Zürich?
Am Donnerstag war zudem auf einer Weide in Andelfingen im Weinland ein Schaf «durch Bisse eines grösseren, hundeartigen Tiers getötet worden», wie die Fischerei- und Jagdverwaltung des Kantons Zürich mitteilt. Der Verdacht liege nahe, dass es sich um einen jungen Wolf handeln könnte, der sich auf Wanderschaft begeben habe. Die Fischerei- und Jagdverwaltung des Kantons Zürich wertet derzeit die Spuren aus.

Erst am vergangenen Wochenende waren auch auf einer Weide im appenzell-ausserrhodischen Heiden zwei Schafe gerissen worden. Auch dort deuteten die Spuren auf einen Wolf hin. Heiden liegt ungefähr 25 Kilometer von Hohentannen entfernt.

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