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Erstmals fotografiert

Löwin säugt Leopardenbaby

Wildtiere | Samstag, 15. Juli 2017 15:00, sda/dpa/msi

Im tierreichen Ngorongoro-Krater in Tansania haben Tierschützer erstmals beobachtet, wie eine Löwin ein Leoparden-Baby säugt. Die Überlebenschancen für das Kleine sind aber leider gering.

Eine artübergreifende Fürsorge für zurückgelassene Tierbabys, wie sie in Tansania beobachtet wurde, ist unter Raubkatzen bisher nicht überliefert, wie die auf Grosskatzen spezialisierte Tierschutz-Organisation Panthera am Freitag in New York berichtete. Schon Adoptionen innerhalb einer Art seien bei Grosskatzen höchst selten. «Dies ist ein wahrlich einmaliger Fall», sagte der Chef der Organisation, Luke Hunter. «Mir ist kein weiteres solches Beispiel unter Grosskatzen in der Wildnis bekannt.»

Die Löwin ist Teil eines Artenschutzprogramms und wird derzeit über einen GPS-Sender überwacht. Von den Artenschützern erhielt sie den Namen Nosikitok. Die Löwen-Population in der bei Safari-Touristen beliebten Ngorongoro-Region ist instabil – unter anderem wegen Seuchen. Zudem machen Einheimische Jagd auf die Tiere, weil die eine Gefahr für ihr Vieh darstellen.

Experte Hunter führt Nosikitoks Fürsorge für das Leoparden-Junge darauf zurück, dass sie selbst gerade einen Wurf zur Welt gebracht habe. Sie sei nun darauf programmiert, sich um Katzenbabys zu kümmern. Was aus den Löwen-Jungen geworden ist, wissen die Tierschützer derzeit nicht. «Es ist möglich, dass sie ihre eigenen Jungen verloren hat und das Leopardenjunge gefunden hat, als sie besonders anfällig war», mutmasst Hunter in einer Mitteilung von Panthera. Löwinnen haben einen sehr starken Mutterinstinkt, fügt er an. Das Leopardenbaby ist ungefähr drei Wochen alt – gleich alt, wie die Jungen der Löwin jetzt auch wären. Diese Situation ist sehr ungewöhnlich. Normalerweise würde ein zurückgelassenes Junges in der Wildnis als potenzieller Konkurrent um Nahrung getötet.

Schlechte Überlebenschancen
Für die Überlebenschancen des jungen Leoparden sieht Hunter jedoch eher schwarz. «Es ist sehr unwahrscheinlich, dass das Rudel der Löwin den Leoparden akzeptiert», sagte er. «Wenn der Rest des Rudels das Junge identifiziert, wird es vermutlich getötet.»

Sollte es überleben, ist unklar, welche Verhaltensweisen das Tier an den Tag legen würde. Leoparden werden mit 12 bis 18 Monaten unabhängig und leben dann als Einzelgänger. Löwen leben in Rudeln mit einem ausgefeilten Sozialsystem.

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