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Afrika

Wildtiere leiden unter bewaffneten Konflikten

Wildtiere | Freitag, 12. Januar 2018 07:30, sda/afp

Wenn Menschen kämpfen, leiden auch die Tiere: Im Zeitraum von 1946 bis 2010 waren allein in Afrika 71 Prozent der Naturparks von bewaffneten Konflikten betroffen.

Der Rückgang bestimmter Wildtierpopulationen gehe mit der Häufigkeit von Konflikten einher, schreiben Wissenschaftler der Universität Princeton in einer in der Fachzeitschrift «Nature» veröffentlichten Studie. Für ihre Untersuchung betrachteten die Forscher 253 Populationen von 36 Pflanzenfresser-Arten in 19 afrikanischen Ländern.

Selbst wenn sie nicht in die Schusslinien geraten, fallen viele grosse Wildtiere in Afrika den Konflikten zum Opfer. Weil die Strafverfolgung in Konflikten schlechter funktioniert, nimmt die Wilderei zu, zudem würden staatlich organisierte Schutzprogramme vernachlässigt. Elefanten würden gejagt, um durch den Verkauf des Elfenbeins Kämpfer zu bezahlen. Antilopen würden von den hungernden Menschen in Konfliktgebieten für ihr Fleisch getötet.      

Im Gorongosa-Nationalpark im südostafrikanischen Mosambik starben den Angaben zufolge mehr als 90 Prozent der grossen Pflanzenfresser wie etwa Elefanten, Zebras, Büffel und Flusspferde im Zeitraum von 1964 bis 1992, zwischen dem Beginn des Unabhängigkeitskriegs gegen die portugiesische Kolonialmacht und dem darauffolgenden Bürgerkrieg. Aber es gebe auch Anlass für Optimismus, schreiben die Autoren Joshua Daskin und Robert Pringle. Der Gorongosa-Nationalpark sei ein Beispiel für ein erfolgreiches Rehabilitierungsprogramm, in das die örtliche Bevölkerung eingebunden wurde. Die Zahl der Wildtiere liege dort inzwischen bei 80 Prozent des Vorkriegsniveaus, sagte Daskin.

Massnahmen nach dem Krieg  
Wichtig sei, dass nach einer Waffenruhe zügig Massnahmen eingeleitet würden. Ehemalige Kämpfer könnten als Wächter gegen Wilderer eine neue Aufgabe finden, die örtliche Bevölkerung müsse über die Folgen des Wilderns aufgeklärt werden und könne Arbeit im Tourismus finden, sagte Daskin. Dies sei in Mosambik gelungen. Nach einem Krieg habe es zwar Prioriät, den Menschen zur Rückkehr in ein normales Leben zu verhelfen. Aber dies könne «Hand in Hand» gehen mit der Rehabilitierung der Fauna.      

Die Autoren sind nach eigenen Angaben die ersten, die beschreiben, dass Konflikte zum Rückgang von Tierpopulationen führen. Frühere Studien hatten dagegen neben Problemen wie Wilderei auch mögliche positive Effekte von Kampfhandlungen auf Tiere gesehen, weil sich in den Konfliktgebieten weniger Menschen aufhalten und dort industrielle Aktivitäten wie Bergbau eingestellt werden.  

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