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Forschung

Walhaie kommen Monate ohne Nahrung aus

Wildtiere | Sonntag, 27. Januar 2019 12:00, sda/dpa

Walhaie können einer neuen Analyse zufolge wochen- oder gar monatelang hungern – und fressen wohl mehr Pflanzen als bisher angenommen.  

Der hell gepunktete Walhai (Rhincodon typus) ist der grösste Fisch der Erde, bisher ist über die stark gefährdete Art wenig bekannt – etwa zu den langen Wanderungen und zur Fortpflanzung. Mit neuen Methoden schliessen Forscher in Japan nun auf Besonderheiten der vom Aussterben bedrohten Art und berichten davon im Fachmagazin «Ecological Monographs».      

Das Team um Alex Wyatt von der Universität Tokio hatte eine bereits etablierte Analyse von Gewebeproben um Bluttests erweitert. Die Forscher entnahmen rund zehn Milliliter Blut – etwa zwei Teelöffel – aus einer Brustflosse des jeweiligen Tieres. «Ähnlich wie bei Blutuntersuchungen beim Arzt können wir die Gesundheit von Walhaien basierend auf ihren Blutbestandteilen einschätzen», erklärt Wyatt.      

Die Wissenschaftler überwachten Wachstum, Ernährung und Gesundheit von drei in einem Aquarium lebenden Walhaien und von zwei Tieren, die in einem mit einem Netz umspannten Meeresareal leben. Zusätzlich nahmen sie Proben von acht wildlebenden Walhaien vor der Küste Okinawas, die sich in Fischernetzen verheddert hatten.

Pflanzen als Notration?  
Die Studie verfolge einen experimentellen Ansatz, den es bei Walhaien bisher noch nicht gab, erklärt Philipp Kanstinger vom Internationalen WWF-Zentrum für Meeresschutz zu der Studie. Den Ergebnissen der Bluttests zufolge hatten einige der wildlebenden Tiere seit Wochen oder Monaten nicht gefressen. «Vielleicht fanden sie kein Futter, vielleicht fressen sie einfach nicht, wenn sie lange Strecken zurücklegen», so Wyatt.      

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Alle getesteten wildlebenden Haie hatten offenbar bedeutende Mengen an Pflanzen und Algen gefressen. «Das ist eine überraschende und widersprüchliche Entdeckung, da allgemein angenommen wird, dass Walhaie sich streng von Lebewesen der höheren Ebenen der Nahrungskette ernähren», sagt Wyatt. «Trotzdem wurden Walhaie mit Seetang im Magen gefunden. Pflanzen zu fressen, könnte Sinn machen, wenn Fressgelegenheiten so selten werden wie unsere Bluttests andeuten.»      

Kanstinger sieht das Ergebnis kritisch. «Der Walhai schaut genau, wo eine Anhäufung von Fressen ist, etwa Krill, kleine Fische oder Fischeier, und schwimmt darauf zu. Es werden zwar immer aus Versehen Algen mitgenommen, dass die Haie diese aber gezielt fressen, ist meiner Meinung nach eher unwahrscheinlich.»

Lesen Sie hier mehr zu den Wanderungen der Walhaie.

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