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Je vielfältiger, desto besser

Im Waldboden muss es wimmeln

Wildtiere | Donnerstag, 18. April 2019, sda

Bodenlebewesen helfen Wäldern dabei, ihre verschiedenen Funktionen zu erfüllen. Wie genau, soll künftig besser erforscht werden.

Wälder sind Dienstleister: Sie produzieren Holz, Nahrung und Energie, reinigen Luft und Gewässer, verhindern Bodenerosion, regulieren das Klima und sind erst noch wohltuend fürs Gemüt (lesen Sie hier mehr dazu).    

Wurzeln, Pilze, Würmer: In einem Gramm mitteleuropäischem Waldboden leben so viele verschiedene Organismen wie auf einem ganzen Quadratkilometer auf der Erdoberfläche: rund 7000 Bakterien- und 3000 Pilzarten, dazu zahlreiche Tiere wie Springschwänze, Milben, Faden- und Regenwürmer. Je nach Standort ist die unterirdische Biodiversität etwa 100 Mal so gross wie die an der Oberfläche.  

All diese Organismen sind immens wichtig für die in einem Ökosystem notwendigen Abbauprozesse und um Nährstoffe für neu wachsende Tiere und Pflanzen aufzubereiten. «Bisher war wenig darüber bekannt, wie sich diese enorme Vielfalt auf für Menschen wichtige Leistungen des Waldes auswirkt», schreibt die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL in einer Mitteilung vom Montag. Sie empfiehlt gezielte Studien, um Politikern und anderen Entscheidungsträgern wissenschaftsbasierte Daten liefern zu können.    

Unterirdisches Backup
Eine breit angelegte Untersuchung, an der sich die WSL beteiligte, monitorierte 10'000 Studien über Bodendiversität und Waldleistungen. In 600 wissenschaftlichen Publikationen wurden Hinweise auf einen Zusammenhang von Vielfalt und Waldleistungen gefunden. Die überwiegende Mehrheit der Studien zeigte eine positive Wirkung der Vielfalt der Bodenlebewesen auf die Leistungen der europäischen Wälder, berichten die Forschenden im Lausanner Fachjournal «Frontiers in Forests and Global Change».    

«Die unterirdische Vielfalt wirkt wie eine Versicherung oder ein Backup für bestimmte Leistungen», sagt Mitautor Ivano Brunner von der WSL. «Dies wurde bis jetzt noch nie so umfassend nachgewiesen.»

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