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Nördliches Breitmaulnashorn

Vier Millionen Euro für Nashorn-Rettung

Wildtiere | Dienstag, 25. Juni 2019 16:00, sda/dpa

Ohne ein einziges verbliebenes Männchen wollen Berliner Forscher das Nördliche Breitmaulnashorn vor dem Aussterben retten. Dafür bekommt das Projekt nun rund vier Millionen Euro.

«Die Artenvielfalt ist unsere Lebensgrundlage», sagte Michael Meister, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, am Dienstag in Berlin. Daher würde das Ministerium Vorsorgeforschung zur Bewahrung der biologischen Vielfalt sowie Sofortmassnahmen zum Schutz bedrohter Arten fördern, sagte er.    

Das Nördliche Breitmaulnashorn lebte einst in grosser Zahl in Zentral- und Ostafrika, wurde aber durch Wilderei fast ausgerottet. Sudan, das letzte Männchen der Unterart starb 2018 in Kenia, nun gibt es nur noch zwei Weibchen («Tierwelt Online» berichtete). Unter der Leitung des Berliner Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) wollen Wissenschaftler aus Deutschland, Italien, Tschechien, Japan und den USA Eizellen der Weibchen mit bereits eingelagertem Sperma künstlich befruchten und dann ein verwandtes Südliches Breitmaulnashorn als Leihmutter nutzen. Das deutsche Bundesforschungsministerium stellt dem Projekt rund vier Millionen Euro zur Verfügung.    

Derzeit testen die Wissenschaftler den Transfer eines Embryos in ein Südliches Breitmaulnashorn. Parallel zur künstlichen Befruchtung arbeiten Forscher des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin an Stammzelltechnik, um aus erhaltenen Nashorn-Körperzellen Spermien und Eizellen zu züchten. Denn nur so könnte man eine genetische Vielfalt herstellen, die für den Aufbau einer Population gross genug wäre.    

Durch die Forschungsansätze der Wissenschaftler und ihr hohes Engagement «besteht die Chance und Hoffnung, das Nördliche Breitmaulnashorn und andere hochgefährdete Arten zu erhalten», sagte Meister. Zudem könne das Forschungsprojekt eine wichtige Rolle für den Erhalt der Artenvielfalt spielen, «weil es Techniken und Verfahren für den Artenschutz massgeblich weiterentwickelt», sagte Projektleiter Thomas Hildebrandt vom IZW.

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