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Phobien

Vor diesen Tieren haben wir Angst

Wildtiere | Mittwoch, 10. Juli 2019, Meret Signer

Spinnen und Schlangen sind ganz vorne dabei, wenn es darum geht, Angst und Schrecken zu verbreiten. Welche Tiere sind sonst noch gefürchtet? Psychologen haben eine Rangliste erstellt.  

Tiere erzeugen Emotionen. Bei den Einen sind diese Emotionen positiv – sie freuen sich ab den Tieren im Zoo, in der Tierdoku oder dem eigenen flauschigen Büsi. Aber bei sehr, sehr vielen Anderen lösen Tiere auch Ängste aus. Dabei reichen die Symptome von einem leichten Gruseln bis hin zu so grosser Angst und Panik, dass die Betroffenen Hilfe suchen. Tier seien in der Tat einer der häufigsten Auslöser von menschlichen Ängsten überhaupt, schreibt ein tschechisches Psychologen-Team in einer kürzlich im «British Journal of Psychology» veröffentlichten Studie.  

Das Team hat deshalb eine Rangliste von 24 gefürchteten Tierarten oder Tiergruppen erstellt. Dabei mussten Probanden angeben, wie viel Angst und wie viel Ekel sie bei den jeweils gezeigten Tieren verspürten. Wenig überraschend löst die Spinne Angst und Ekel gleichermassen aus. Die giftige Viper dagegen löst vor allem Angst, aber nicht so viel Ekel aus. Überraschenderweise folgt auf dem dritten Platz in Sachen Angst der Stier, danach die Wespe und einige Parasiten und erst danach ungiftige Schlangen. Parasiten wie Laus, Bandwurm oder Fadenwurm wiederum sind die Spitzenreiter, wenn es um Ekel geht. Als Vergleich wurde ausserdem der Kleine Panda in die Studie integriert, der nicht als Phobietier gilt. Die Resultate sehen Sie in der Grafik zusammengefasst. Insgesamt nahmen 2291 Probanden an der Studie teil. 

 
  Grafik: Jakub Polák et al.

 

Wie die Autoren schreiben, liessen sich die Phobietiere in fünf Kategorien einteilen: nicht-schleimige Wirbellose – dazu gehören auch Spinnen –; Schlangen; Mäuse, Ratten und Fledermäuse; menschliche Parasiten sowie Haus- und Nutztiere. Nur zehn der 25 Tiere erreichten einen Wert von entweder Angst oder Ekel, der als höher als «moderat» bezeichnet werden konnte. Die 14 anderen Tiere, darunter auch Mäuse, Ratten und Schnecken, erreichten Werte vergleichbar mit dem harmlosen Kleinen Panda. Obwohl diese Tiere in manchen Fällen pathologische Angststörungen hervorrufen können, werden sie in der breiten Bevölkerung als harmlos gesehen und lösen keine oder wenig Angst aus. In der nicht-klinischen Bevölkerung, so schreiben die Psychologen, seien es nur Spinnen, Schlange und Parasiten, die grosse Ängste oder Ekel hervorriefen. So gaben fast 19 Prozent der Testpersonen bei der Spinne «intensive Angst oder Terror» an, bei der Giftschlange waren es zehn Prozent. 

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