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Tierpark Dählhölzli

Jungbär verlässt die Höhle

Zoo | Donnerstag, 27. März 2014, pd/nsn

Das Frühlingswetter lockt den kleinen Bären im Dählhölzli erstmals aus der Höhle. Gemeinsam mit Mutter «Masha» erkundigt er das Gehege. Die grösste Gefahr für ihn: Vater «Misha».

Mitte Januar 2014 hat die Russische Bärin «Masha» im Tierpark Dählhölzli zwei Jungtiere geboren. Die beiden erhalten keine Namen sondern werden schlicht «3» und «4» genannt. Am Mittwoch wagte sich das eine der beiden Jungtiere erstmals nach draussen. Aussergewöhnlich ist, dass sich Vater «Misha» im selben Gehege aufhält. Üblicherweise werden in Zoos die Väter von jungen Bären abgetrennt, da sie die Kleinen töten könnten. Der Tierpark will «Mischa» jedoch die Trennung nicht zumuten und ihn damit vor drohenden schweren Verhaltensstörungen bewahren, wie in einer Medienmitteilung vom Donnerstag zu lesen ist.

Einstige Waisenkinder sollen natürliches Verhalten lernen
«Mischa» und «Mascha» wurden 2009 dem Berner Stadtpräsidenten von der russischen Präsidentengattin Swetlana Medwedewa geschenkt. Die damals 10 Kilogramm schweren Findelkinder entwickelten sich zu prächtigen Tieren von mittlerweise 280 kg («Masha») und 360 kg («Misha»). Als handaufgezogene Waisenbären hatten sie nie die Möglichkeit, vollständiges natürliches Bärenverhalten zu erlernen.

Der Tierpark will ihnen nun das Austragen und Aufziehen von Jungtieren in möglichst ähnlicher Form wie in der freien Natur ermöglichen. Dazu gehöre die Möglichkeit, dass die Jungtiere durch den Bärenmann getötet würden. Bisher vertragen sich Mama und Papa Bär allerdings sehr gut, auch in den letzten Wochen während der Aufzucht. Mittlerweile dürfe «Misha» sogar die Wurfstallung betreten, schreibt der Tierpark.

Bärenkässeli soll spätere Platzierung ermöglichen
«Der Verlust von Jungtieren ist nach biologischen Grundsätzen, wie auch nach Tierschutzkriterien weit weniger gravierend als ein dauerhaft verhaltensauffälliger, erwachsener Bär», schreibt der Tierpark Dählhölzli in der Medienmitteilung. Falls die Jungbären überleben, werde man bemüht sein, rechtzeitig geeignete Plätze für sie zu finden. Im Bärenwald werde eine Kasse aufgestellt, um Spenden für eine spätere Platzierung zu erhalten.

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