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Einsame Candy

Zoo verklagt wegen rauchender Schimpansin

1 Kommentare Zoo | Donnerstag, 19. November 2015, msi

Eine Schimpansen-Dame in einem US-Vergnügungspark lebt ganz alleine in einem Käfig, soll Zigaretten rauchen und Softdrinks trinken. Eine Tierrechtsorganisation zieht nun vor Gericht.

Die Schimpansin Candy lebt im Vergnügungspark Dixie Landin' alleine in einem kleinen Käfig ohne Einrichtung, laut dem ALDF soll sie auch rauchen und nur Coca-Cola zu trinken bekommen. Video: Youtube/NOLA

Seit Jahren schon kämpfen die beiden älteren Damen Cathy Beaux und Holly Reynolds aus Baton Rouge im US-Bundesstaat Louisiana für die Rechte des Schimpansen-Weibchens Candy, das im Dixie Landin’-Park in dieser Stadt ein einsames Dasein fristet. Nun hat der Animal Legal Defense Fund (ALDF), eine Tierrechtsorganisation aus dem selben Staat, im Namen der beiden Frauen Klage gegen den Besitzer von Dixie Landin’, Samuel Haynes Jr., eingereicht.

Coca-Cola und Zigaretten  
Die Einzelhaltung in dem kleinen, kargen Käfig sei nicht artgerecht, heisst es in der am Dienstag eingereichten Klage. Ausserdem habe es der Vergnügungspark jahrzehntelang zugelassen, dass die Besucher Gegenstände in den Käfig werfen, darunter auch brennende Zigaretten, welche Candy raucht. Genau wie beim Menschen seien Zigaretten auch für Schimpansen äusserst gefährlich.

Als ob das nicht schon schlimm genug wäre, gäben ihr die Pfleger ausserdem ausschliesslich Coca-Cola zu trinken und behaupteten, Candy möge kein Wasser, schreiben Beaux und Reynolds in ihrer Anklageschrift weiter. Sie verlangen, dass die Schimpansen-Dame aus dem Park befreit und in ein Schutzzentrum gegeben wird, wo sie endlich mit ihren Artgenossen zusammenleben könnte. Die Klägerinnen berufen sich dabei auf den «Endangered Species Act», ein US-Gesetz, unter dem Schimpansen in Gefangenschaft seit September 2015 wie ihre wilden Verwandten das Recht haben, in einer natürlichen, ihren Bedürfnissen entsprechenden Umgebung zu leben.

«Barbarische Situation»  
«Candys Misere ist weitgehend bekannt, die ganze Welt kann dabei zusehen», sagt Carter Dillard, Direktor der Rechtsabteilung des ALDF, gegenüber der amerikanischen Zeitschrift «The Advocate». «Wir sprechen hier von einer barbarischen und archaischen Situation.»

Anders sieht man das bei Dixie Landin’. Candy sei schon einmal in einen anderen Zoo verlegt worden, habe sich aber dort nicht integrieren können, sagt Jennifer Treadway-Morris, Anwältin von Sam Haynes, zur Nachrichtenagentur AP. Sie wolle gar keine Gesellschaft haben. Haynes selber meinte bereits 1989: «Candy ist wie ein Mitglied der Familie.» Die Schimpsanin kam im Alter von sechs Monaten zur Haynes-Familie.

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Kommentare (1)

Heinz am 21.11.2015 um 15:05 Uhr
Ich möchte betonen, dass dies weder ein Zoo noch ein Tierpark ist, sondern eie typische US-"roeadside show", also eine Art stationärer Zirkus oder Rummel. Solche Einrichtungen wären bei uns nicht einmal genehmigungsfähig, aber sie ziehen mit ihren Negativschlagzeilen die Reputation der echten Zoos in den Schmutz.

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