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Zoo Basel

Babysitten bei den Gorillas

Zoo | Sonntag, 24. April 2016 14:00, msi/PD

Babysitten hat bei den Gorillas im Zoo Basel Tradition. Sogar Silberrücken M’Tongé macht mit – obwohl er sich anfangs dagegen gesträubt hat.

Grosi Goma ist die erfahrenste Babysitterin im Basler Zolli. Die 57-jährige Gorilladame hatte nur einmal in ihrem Leben selber Nachwuchs, es blieb ihr also viel Zeit, die Babys anderer Mütter zu hüten. Zur Zeit tut sie dies besonders vorbildlich mit den beiden Gorillakindern Mobali und Makala, die beide letztes Jahr im Zolli zur Welt gekommen sind («Tierwelt Online» berichtete). Deren Mütter Joas und Faddama vertrauen Goma so sehr, dass sie ihre Kinder auch mal alleine unter ihrer Aufsicht lassen und für eine Weile ins Aussengehege verschwinden, wie der Zoo Basel in einer Mitteilung schreibt.

Goma ist in der Basler Gorillagruppe zwar die dienstälteste Babysitterin, aber bei weitem nicht die Einzige. Auch die 10-jährige Adira kümmert sich gerne um die Kleinen. Dies ist nicht selbstverständlich, da sie erst im vergangenen Herbst neu dazugestossen war. Doch schon zwei Wochen nach ihrer Ankunft durfte sie Faddamas Tochter Makala übernehmen und mit ihr herumspazieren («Tierwelt Online» berichtete). Für Adira ist dieser Vertrauensbeweis ideal, sie kann sich so auf ihre eigene Mutterrolle vorbereiten.

M’Tongé muss sich fügen
Silberrücken M’Tongé, seit 2014 Gruppenchef in Basel, war anfangs wenig begeistert von den Angewohnheiten der Basler Gorillamütter. Jedes Mal, wenn andere Weibchen die Babys übernahmen, zeigte er nach einigen Minuten imponierendes Gehabe und es schien, als wollte er die jeweilige Aufpasserin zur Rückgabe des Kleinen bewegen. Die Mütter und die Babysitter reagierten gelassen. Sie ignorierten den aufgebrachten M’Tongé, der sich sich wohl oder übel mit dem eigenwilligen Verhalten seiner Ladys abfinden musste.

Mittlerweile kümmert sich der Silberrücken gerne ab und zu um die Kleinen. Doch der 17-Jährige ist für sie wohl eher ein Spielkamerad als ein Aufpasser. So muss er sich denn auch immer grosse Mühe geben, die Mütter nicht zu verärgern, wenn er mit ihren Kindern spielt, denn diese behalten ihn genau im Auge und schreiten sofort ein, wenn ihnen etwas nicht passt.

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