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Rettungsaktion

Seltene Schnecken ziehen aus Wildnispark aus

Wildtiere, Zoo | Freitag, 8. Juli 2016, sda/nsn

Auf gefällten Kastanienbäumen im Wildnispark Zürich sind Zahnlose Schliessmundschnecken gefunden worden. Nun werden die vom Aussterben bedrohten Kleinschnecken umgesiedelt.

Ein Schneckenexperte hat kürzlich mit Mitarbeitenden des Wildnisparks mit der Umsiedlung der seltenen Zahnlosen Schliessmundschnecken begonnen. Die Schnecken leben auf Kastanienbäumen, die gefällt wurden. Der Aufwand für die Umzugsaktion sei grösser als erwartet, teilte der Wildnispark am Freitag mit. Die Schnecken seien nämlich Spezialisten im Versteckspielen: Häufig rage nur eine winzige Spitze der Schnecke aus einem Loch. Auch farblich unterschieden sich die Mini-Schnecken kaum vom Rest des Baumes.

Das neue Zuhause der Schnecken befindet sich unweit des Parks im Sihlwald auf der Krete zwischen der Hochwacht und der Schnabelburg. Hier werden die Schnecken auf Bergahorn und Eschen ausgesetzt. Auf den alten Bäumen mit der rauen Rinde sollen je zwanzig Zahnlose Schliessmundschnecken für Nachwuchs sorgen. Sowohl die Bäume als auch die Schnecken werden mit einem farbigen Punkt markiert. In frühestens einem Jahr wird der Schneckenexperte die Standorte erneut absuchen.

Der Ruine mangelt es an Ritzen
Das Gebiet rund um die Schnabelburg auf der Albiskette ist kein neuer Standort für die Zahnlose Schliessmundschnecke. Die Bestände waren aber durch die Renovation der einsturzgefährdeten Burgruine im Sommer 2011 stark dezimiert worden. Die Archäologen hatten die Mauern so dicht verputzt, dass der Lebensraum der kleinen Schnecke zerstört wurde. Auch künstliche Ritzen führten nicht zum erhofften Erfolg, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Die Zahnlose Schliessmundschnecke wird auf der Roten Liste der gefährdeten Arten des Bundesamts für Umwelt als «verletzlich» eingeschätzt. Eine ausgewachsene Schnecke ist nur etwa einen Zentimeter lang und einen Millimeter breit. Sie hat als einzige der Schliessmundschnecken keine «Zähne» oder «Lamellen».

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