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Zoo Basel

Der Besuch der Totenkopfäffchen

Zoo | Dienstag, 19. Februar 2019 09:05, Zoo Basel

Eine neunköpfige Gruppe von Totenkopfäffchen weilt zurzeit vorübergehend im Zoo Basel. Das Männchen und die acht Weibchen befinden sich auf der Durchreise in einen anderen Zoo.

Die kleinen gelben Äffchen – auch Saimiri genannt – haben sich seit ihrer Ankunft im Dezember gut eingelebt, schreibt der Zoo Basel am Donnerstag. Die Tiere verbringen hier die Zeit, bis es wieder wärmer wird. Nötig sei der Umzug geworden, da der Tierpark Nürnberg ein Winterquartier für die neun Äffchen suchte. Diese hatten sich zuvor unerwartet von ihrer Gruppe «abgespalten» und vertrugen sich fortan nicht mehr mit den anderen.

Asyl für Äffchen in der Zoo-Gemeinschaft
In einer Mitteilung des Zoos Basel vom Donnerstag heisst es, er habe den neun abtrünnigen Nürnbergern Asyl für den Winter angeboten. Denn im «Zolli» gebe es genügend Platz für zwei Gruppen. Die Totenkopfäffchen haben im Zoo Basel eigene Innen- und Aussenanlagen zur Verfügung, bis sie im Frühling oder Sommer dieses Jahres nach Taiwan reisen.

Dies ist ein Beispiel für die Zusammenarbeit der europäischen Zoo-Gemeinschaft (EAZA), schreibt der Zoo Basel weiter. Bei unerwarteten Ereignissen suchen die beteiligten Institutionen gemeinsam pragmatische Lösungen, ein Garant dafür, dass für die Tiere auch in unvorhersehbaren Situationen schnell die jeweils beste Unterkunft gefunden wird.

Wenn Trennung die einzige Lösung ist
Dass sich Totenkopfäffchen-Gruppen spalten, sei an sich nichts Aussergewöhnliches. Diese Affenart bildet getrennte Weibchen- und Männchen-Gruppen aus. Die Weibchen sind im Gegensatz zu den Männchen alle miteinander verwandt und gehen genetisch alle auf eine «Stamm-Mutter» zurück. Wächst die Weibchen-Gruppe an, spaltet sich manchmal eine Untergruppe ab. Laut dem Zoo Basel ist dies ist mit Streit verbunden und die Tiere müssen getrennt werden.

Normalerweise finde das Europäische Zuchtprogramm (EEP) problemlos einen Platz, um die abgelöste Gruppe unterzubringen. Da die Vorbereitungen für einen Transport nach Taiwan länger dauern als innerhalb Europas, wurde für die Tiere aus Nürnberg ein passendes Winterquartier als Zwischenlösung gesucht und im Zoo Basel gefunden.

Totenkopfäffchen kommen im südamerikanischen Regenwald von Bolivien über das obere Amazonasbecken bis nach Peru vor. Sie leben in Gemeinschaften von zwölf bis über hundert Tieren, in denen die in Untergruppen organisierten Weibchen den sozialen Kern bilden. Die Männchen-Gruppen leben eher in deren Peripherie.

Seit 2014 koordiniert der Zoo Basel das Erhaltungszucht-Programm (EEP) der Schwarzköpfigen Totenkopfäffchen. In diesem Programm sind rund 800 Tiere aus Europa und Australien/Neuseeland aufgeführt. Der Zoo Basel übernimmt damit die Aufgabe, die Zoo-Population genetisch gesund zu halten.

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