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Wanderausstellung «Geheimnisvolle Tiere»

Schwangerschaftskontrolle mit zwei Giftschlangen

Zoo | Freitag, 8. März 2019 10:43, sda

Der wohl giftigste Zoo der Schweiz macht für zwei Monate in Landquart GR Station. Diese Woche waren zwei der Giftschlangen in Sargans SG beim Tierarzt.

Die exotischen Patientinnen mussten zur Schwangerschaftskontrolle. Sie sind alles andere als gewöhnlich: Die Blandings Nachtbaumnatter und der amerikanische Kupferkopf sind giftig und schwanger. Die Nachtbaumnatter legt ein Ei pro Tag ab, statt wie üblich alle auf einmal. Eine Röntgenaufnahme soll Gewissheit geben, wie viele Eier insgesamt vorhanden sind.

Beim Kupferkopf schlüpfen die Jungtiere noch im Körper des Muttertieres. Die Geburt wird vom Tierhalter Karim Amri schon einige Zeit erwartet. Er möchte wissen, wie es um den Schwangerschaftsverlauf steht.

Der Tierarzt aus Sargans SG behandelt normalerweise keine Gifttiere. Ein Biss könnte für ihn einen monatelangen Ausfall bedeuten. Er gibt dem Tierhalter klare Anweisungen. Amri legt die knapp zwei Meter lange Natter auf den Röntgentisch. Die Schlange wird hinter dem Kopf gepackt, um sie ruhig zu halten.

Das Ergebnis ist wie erwartet: Beide Schlangen haben noch Eier im Körper. Auf eine Behandlung wird vorerst verzichtet und zugewartet, ob die Jungtiere von selbst auf die Welt kommen.

Ausstellung mit 200 Tieren  
Die beiden Schlangen sind Teil der Wanderausstellung «Geheimnisvolle Tiere». Bis Ende März sind in Landquart GR auf 1000 Quadratmetern rund 200 exotische Tiere zu sehen, darunter der Schreckliche Pfeilgiftfrosch. Dessen gelbe Haut enthält ungefähr ein Milligramm Batrachotoxin. Mit dieser Menge des hochwirksamen Gifts lassen sich entweder rund 10'000 Mäuse, zehn Menschen oder bis zu zwei Elefanten töten. Weitere «Stars» der Ausstellung sind die Gila-Krustenechse, Vipern, Steinfische, Spinnen oder Skorpione.

Die Wanderausstellung bietet nicht nur eine grosse Artenvielfalt, sie soll den Besuchern die seltenen Tiere auch näher bringen. Die Gifte der Tiere sollen zudem Leben retten. Tierhalter Karim Amri arbeitet mit verschiedenen Laboratorien zusammen.

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