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Jangtse-Riesenweichschildkröte

Letztes bekanntes Weibchen gestorben

Zoo | Montag, 15. April 2019, sda/apa/dpa/msi

Das letzte bekannte Weibchen der Jangtse-Riesenweichschildkröte ist in einem Zoo in China gestorben – ausgerechnet beim Versuch, die seltene Art zu retten.

Die grösste Süsswasser-Schildkröte der Welt steht damit wohl unausweichlich vor dem Aussterben, wie chinesische Medien am Montag unter Verweis auf Experten berichteten. Es gibt nun weltweit nur noch drei bekannte Exemplare – ein Männchen im Zoo in China und zwei in freier Wildbahn in zwei Seen in Vietnam, deren Anwesenheit Forscher 2018 bestätigten. Deren Geschlecht sei aber nicht bekannt und schwer festzustellen, hiess es. Das sagenumwobene Exemplar Cu Rua (vietnamesisch für «Urgrossvater Schildkröte, obwohl das Tier vermutlich ein Weibchen war), das im Hoan-Kiem-See mitten in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi zuhause war, starb 2016. Seit März 2019 ist die verstorbene Schildkröte präpariert in einem Tempel am See ausgestellt.    

Der Mensch war der grösste Feind der mehr als ein Meter grossen Schildkröte mit dem Fachnamen Rafetus swinhoei, die einen weichen, lederartigen Panzer hat. Die Tiere wurden gejagt, weil das Fleisch als Delikatesse galt. Auch wurde ihr natürlicher Lebensraum zerstört.    

Fünf erfolglose Befruchtungsversuche
Das geschätzt 90 bis 100 Jahre alte Schildkrötenweibchen starb am Samstag im Zoo der südchinesischen Stadt Suzhou, nachdem zuvor ein erneuter Versuch unternommen worden war, das Tier künstlich zu befruchten. Offenbar gab es Komplikationen, die genaue Todesursache ist nicht bekannt. Das Tier sei direkt nach dem Eingriff in guter Verfassung gewesen, aber 24 Stunden später gestorben, hiess es in chinesischen Presseberichten.    

Die Schildkröte war 2008 vom Zoo in Changsha in Zentralchina in den Suzhou Shangfangshan National Forest Park gebracht worden, um ein Zuchtprogramm mit einem mehr als 100 Jahre alten Männchen zu starten. 2015 erfolgte der erste Befruchtungsversuch («Tierwelt Online» berichtete). Seither waren fünf weitere unternommen worden – alle leider ohne Erfolg. Experten hätten beiden Tieren eine gute Gesundheit bescheinigt, bevor der letzte Eingriff vorgenommen worden sei, berichtete die «Suzhou Daily».

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