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ERZ-Affäre Zürich

Von der Kunst, Emus zu vermitteln  

Zoo | Mittwoch, 24. April 2019 09:00, Leo Niessner

Die Dienstabteilung Entsorgung und Recycling Zürich (ERZ) steht unter Beschuss. Für die Emus, die sie unterhielt, muss ein neuer Platz gefunden werden. Kein einfaches Unterfangen.

Nach dem Skandal um die missbräuchliche Verwendung von Geldern ist Entsorgung und Recycling Zürich bestrebt, sich von seinen Emus zu trennen. Mitarbeiter pflegen die Tiere in einem Gehege in Opfikon.

Es tönt so einfach: Die Tiere könnten aus dem Gehege in Opfikon in die Obhut des Zoos Zürich kommen. Immerhin stammte von dort das erste Emu-Pärchen im ERZ-Gehege vor ein paar Jahren. In der Praxis jedoch ist die Sachlage verzwickt. «Wir können nicht einfach beliebig viele Tiere übernehmen», winkt Robert Zingg ab, Kurator des Zoos Zürich. Der Platz in den Tierparks sei limitiert.

Im Regen stehen lässt der Zoo Zürich die ERZ und ihre Tiere allerdings nicht. Er nutzt die internen Netzwerke, in denen sich Zoos weltweit austauschen. In diesem Fall sei diese Vorgehensweise sinnvoll, sagt Zingg. Denn Emus lassen sich nicht so leicht vermitteln wie Haustiere.

Anspruchsvolle Haltung
Nicht jeder besitzt die Möglichkeit und Fähigkeit, Emus zu halten. Dafür braucht es zunächst einmal eine Haltebewilligung sowie ein passendes Gehege mit einem Unterstand. Er dient den von Natur aus durchaus wetter- und vor allem kälteresistenten Tieren als gern benutzter Rückzugsort. Je Paar sollte zudem eine Gehegefläche von mindestens 200 Quadratmetern zur Verfügung stehen. 

Wer das Wappentier Australiens hält, muss weiter wissen, dass die Laufvögel scharfe Zehenkrallen besitzen. Diese können für Menschen gefährlich sein und kommen zum Einsatz, wenn sich die Tiere bedroht fühlen. Dann treten sie zu. Besondere Vorsicht ist während der Brutsaison geboten. Laut Zingg können die Männchen in dieser Zeit aggressiv sein. Da macht es Sinn, einen Teil des Geheges vom Rest abzutrennen.

Weitgehend unkompliziert indes ist die Fütterung der Emus: Gräser, Kräuter, Samen und Früchte stehen auf ihrem Speiseplan. Und natürlich müssen die Laufvögel jederzeit Zugang zu frischem Wasser haben.

Unter diesen Prämissen ist es nicht so einfach, Emus an einen neuen Platz zu vermitteln. Kurator Robert Zingg kann sich aber vorstellen, dass  die Suche in den zooeigenen Netzwerken früher oder später Erfolg hat. Nur auf Prognosen mag er sich nicht einlassen. «Wann sich ein Interessent findet, ist schwer zu sagen», weiss er. Es komme halt immer darauf an, ob gerade jemand Platz für Emus hat.  

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