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Vogelgrippe

H5N8 in England bestätigt

Nutztiere | Mittwoch, 19. November 2014, sda/afp/dpa

Von der britischen Entenfarm, die von der Vogelgrippe betroffen ist, kommt die Bestätigung: Es handelt sich um das Virus H5N8. Die Geflügelindustrie versucht zu beschwichtigen und den Weihnachtsbraten zu retten.

Nach Deutschland und den Niederlanden hat nun auch Grossbritannien einen bestätigten Fall des Vogelgrippe-Erregers H5N8 gemeldet. Tests hätten den Anfangsverdacht erhärtet, teilte das Landwirtschaftsministerium am Dienstag mit. Die Bestätigung des Erregers vom Typ H5N8 auf einer Entenzuchtfarm in der Grafschaft East Yorkshire könnte auf eine Verbindung mit den Vogelgrippe-Fällen in den Niederlanden und Deutschland hinweisen.

Das Gesundheitsrisiko für Menschen sei «sehr gering» und eine Gefahr für die weitere Nahrungskette komplett auszuschliessen, teilte das Landwirtschaftministerium mit. Das Risiko einer weiteren Ausbreitung in Grossbritannien sei ebenfalls «ziemlich niedrig», sagte der oberste britische Amtstierarzt Nigel Gibbens.

Industrie beschwichtigt Konsumenten
Kein weiterer Hof schlug bisher Alarm. Dennoch sollten Geflügelhalter und Tierärzte aufmerksam sein, denn es bestehe die Gefahr, dass Wildvögel die Krankheit weiter verbreiteten, sagte Tierarzt Gibbens. Auf dem betroffenen Hof begann am Dienstag die Keulung von 6000 Hühnern und Enten. In einem Umkreis von 10 Kilometern wurde eine Sicherheitszone eingerichtet.

Die Geflügelindustrie zerstreute Befürchtungen, dass die Versorgung mit den in Grossbritannien traditionell zu Weihnachten verspeisten Truthähnen gefährdet sein könnte. Der Dachverband geht davon aus, dass 10 Millionen Truthähne über die Festtage verkauft werden. Konsumenten könnten sicher sein, dass britisches Geflügel ungefährlich sei, teilte auch der Landwirtschaftsverband NFU mit.

Keine weiteren Fälle in den Niederlanden
In den Niederlanden hat sich die Vogelgrippe nicht weiter ausgebreitet. Das hätten Tests in 14 Agrarbetrieben ergeben, teilte das Wirtschaftsministerium in Den Haag mit. Ein zunächst bis Mittwoch über das gesamte Land verhängtes Transportverbot für Geflügel, Eier und Stalldung werde daher aufgehoben. In Schweden werden wegen der Fälle allerdings alle Geflügelbestände in die Ställe geholt. Das Landwirtschaftsministerium erklärte, als Vorsichtsmassnahme dürften sich die Tiere nur noch drinnen aufhalten.

So solle eine mögliche Ansteckung durch Wildvögel verhindert werden. Für Züchter, die ihr Geflügel normalerweise draussen halten, seien Ausnahmen von der neuen Vorschrift möglich. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte am Dienstag in Genf, nach den jüngsten Vogelgrippe-Fällen in Europa sei "grosse Wachsamkeit" gefordert. Das Risiko für Menschen schätzte die Organisation aber als gering ein. Eine Übertragung des Virusstamms H5N8 auf Menschen sei bisher nicht bekannt.

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