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National- und Ständerat

Jüngere Kälber sollen auf Schlachtviehmärkte

Nutztiere | Dienstag, 27. September 2016, sda

Kälber sollen bereits ab einem Alter von 121 Tagen an öffentlichen Schlachtviehmärkten vermarktet werden dürfen statt erst ab 161 Tagen. Der Bundesrat wollte dies aus Tierschutzgründen nicht.

Nach dem Nationalrat hat am Dienstag auch der Ständerat eine entsprechende Motion mit 38 zu 0 Stimmen angenommen, allerdings mit einer Änderung. Die Vermarktung von sogenannten Fressern im Alter zwischen 120 und 160 Tagen sei ein wichtiger Betriebszweig für viele Betriebe im Berggebiet, hatte Motionär Erich von Siebenthal (SVP/BE) argumentiert. Seit dem 1. Juli 2014 könnten die jungen Kälber wegen neuer Vorschriften aber nicht mehr vermarktet werden.

Bei dieser Gesetzesänderung sei aber nicht berücksichtigt worden, dass auch Kälber zur Weitermast vermarktet würden, sagte Isidor Baumann (CVP/UR) namens der vorberatenden Wirtschaftskommission. Die Mehrheit wolle den Vorstoss mit Rücksicht auf die Berglandwirtschaft annehmen.

Auf Antrag der Kommissionsmehrheit beschloss der Ständerat jedoch, dass die tiefere Altersgrenze für die Handelsklasse Jungvieh (JB) gelten soll. Werde ein Kalb für die Mast verkauft, gelte das als Inlandleistung. Ebenfalls zu einer Inlandleistung komme es bei der Schlachtung des Tiers. Mit der ausdrücklichen Erwähnung der Handelsklasse sollen solche Doppelzählungen von Mastkälbern verhindert werden.

«Wenig zielführend»
Der Bundesrat sprach sich gegen die Motion aus. Er erinnerte an den Konsens der so genannten «Kälbergipfel». Unter anderem sei dort das maximale Schlachtalter von 160 Tagen als Qualitätskriterium festgelegt worden. Es gehe um rund 3000 Tiere. Diese machten etwa ein Prozent aller für den Schlachtviehmarkt nötigen Tiere aus.

Bundespräsident Johann Schneider-Ammann sagte im Rat, das Angebot junger Tiere auf öffentlichen Märkten sei auch aus Tierschutz- und Absatzgründen wenig zielführend. Die geänderte Motion geht nun zurück an den Nationalrat.

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