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Petition gegen Zürcher Affenversuche

Nutztiere | Montag, 31. Oktober 2016, sda

Tierschutzorganisationen haben eine Petition gegen die geplanten Affenversuche an der ETH und der Universität Zürich beim Zürcher Rathaus eingereicht. Demnächst wird das Verwaltungsgericht über die Versuche entscheiden.

Die Unterzeichnenden wehren sich dagegen, dass das Institut für Neuroinformatik (INI) wieder Affen als Versuchstiere einsetzen will. Sie fordern den kompletten Verzicht auf Primatenversuche und die Entwicklung neuer, zukunftsorientierter Forschungsmethoden.

Die geplanten Versuche von Uni und ETH beschäftigen mittlerweile auch die Richter. Nachdem das Zürcher Veterinäramt die Versuche erlaubt hatte, reichten die Tierschützer Rekurs dagegen ein. Das Verfahren ist mittlerweile vor Verwaltungsgericht hängig («Tierwelt Online» berichtete).

Wie die Tierschützer, darunter die Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner, in einer Mitteilung vom Montag schreiben, dürfte das Verwaltungsgericht seinen Entscheid demnächst bekannt geben.

Therapie gegen Schizophrenie  
Der Leiter der Forschergruppe, Valerio Mante, will in Zürich das Vernunftzentrum des Gehirns, den präfrontalen Kortex, untersuchen. Es gehe um das Verständnis psychischer Erkrankungen wie Schizophrenie, im besten Fall um eine Therapie.

Weil Nagetiere viele der relevanten Hirnabschnitte nicht haben, kämen als Versuchstiere nur Primaten in Frage, sagte er in einem Interview. Um die Aktivitäten im Gehirn zu messen, wollen die Forscher Makaken Elektronen ins Gehirn implantieren.

Die Implantate sind laut den Forschern «nur wenige Millimeter gross und werden den Tieren in einer Operation nach humanmedizinischen Standards» eingesetzt. Die Schädeldecke werde wieder vollständig verschlossen und von den kleinen Implantaten merkten die Tiere überhaupt nichts, wird versichert. Das Gehirn sei schmerzfrei.

Auf einem Stuhl fixiert  
Bei den Experimenten müssen die Affen auf dem sogenannten Primatenstuhl Platz nehmen. Ihr Kopf wird fixiert, damit sie sich konzentrieren, was von Tierschützern scharf kritisiert wird.

Im Jahr 2009 mussten sich die Gerichte bereits einmal mit Affenversuchen beschäftigen. Das Bundesgericht entschied damals, dass die Versuche nicht durchgeführt werden dürfen. Auch damals hätte ein Primatenstuhl verwendet werden sollen.

In der Schweiz werden pro Jahr rund 200 bis 300 Affen für Versuche verwendet. Von den Tieren, die zwischen 2010 und 2015 eingesetzt wurden, waren gemäss Angaben des Bundes 1043 Tiere belastenden Versuchen ausgesetzt. 26 Affen wurden bei Versuchen schwer belastet und anschliessend getötet.

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