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Gerichtsurteil

Unbedingte Freiheitsstrafe für Freiburger Tierquäler

Nutztiere | Mittwoch, 9. November 2016, sda

Der 19-jährige Mann, der im Kanton Freiburg zwei Kühe sexuell missbraucht hat, ist zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten verurteilt worden.

Im Februar dieses Jahres hatte sich ein 19-Jähriger betrunken an zwei jungen Kühen in einem Stall vergangen. Das Strafgericht des Saanebezirks in Freiburg hat ihn nun zu 18 Monaten unbedingter Freiheitsstrafe verurteilt. Der Vollzug der Strafe wurde wegen seines psychischen Zustandes und dem Rückfallrisiko zugunsten einer therapeutischen Massnahme in einer spezialisierten Institution aufgeschoben.

Verurteilt wurde der Mann wegen Tierquälerei sowie wegen Hausfriedensbruchs, eines Fahrzeugdiebstahls, Fahrens in angetrunkenem Zustand und weiterer Delikte. Gerichtspräsident Benoît Chassot verwies auf die Gefährlichkeit des Täters und dessen «unbeschreibliche Gewaltbereitschaft». Er respektiere nichts und niemanden und denke lediglich daran, seine gewalttätigen und sexuellen Triebe zu befriedigen.

Ein psychiatrisches Gutachten habe für die Zukunft eine schlechte Prognose gestellt. Das Gericht verwies auch darauf, dass der Mann bereits wegen des Missbrauchs eines Kindes verurteilt worden war, als er noch Minderjährig gewesen sei.

Missbrauchte Tiere mussten sterben
Am 21. Februar dieses Jahres verliess der Mann in betrunkenem Zustand ein Fest in Farvagny FR am Steuer eines Mofas. Doch gab dieses in der Nähe eines Bauernhofs seinen Geist auf, wie der Mann später aussagte. In der Folge drang er in den Stall des Bauernhauses ein und stiess dort seinen Arm in die Scheiden der beiden Kühe. Dies während mehrerer Minuten. Danach masturbierte er. Das eine Tier verendete am Tag nach dieser Misshandlung, das andere musste ein paar Tage später geschlachtet werden.

Immer noch unter Alkoholeinfluss entwendete der Mann danach einen Traktor und lieferte sich nach einer Fahrt bis nach Courtepin später in der Stadt Freiburg eine Verfolgungsjagd mit der Polizei. Diese wollte ihn kontrollieren. Dabei fehlte nur wenig, dass der Mann mehrere Autos und Fussgänger anfuhr.

Der Mann sei absolut in der Lage gewesen, sein Unrecht einzusehen, hielt eine psychiatrische Expertise fest. Bei der Tat habe aber seine psychoaffektive Unreife die Bestimmungsfähigkeit leicht vermindert. Er hat eine turbulente Vorgeschichte: Als Minderjähriger wurde er wegen sexuellen Missbrauchs eines anderen Kinds verurteilt, und im vergangenen Januar ist er wegen Brandstiftung schuldig gesprochen worden.

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