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Landwirtschaft

Schafmilch liegt im Trend

Nutztiere | Freitag, 19. Mai 2017, David Eppenberger / LID

Der Absatz von Käse, Jogurt und Trinkmilch von Schafen nimmt zu. Zunehmend betrachten Bauern die Haltung von Milchschafen als Alternative zur krisenanfälligen Kuhmilchproduktion.

Landwirt Peter Hofstetter hat auf seinem Hof in Entlebuch schon vor über zwanzig Jahren erkannt, dass die Einkünfte aus der traditionellen Viehhaltung für eine langfristige Existenz nicht ausreichen würden. Deshalb machte er sich damals auf nach Frankreich und liess sich dort die Produktion von Schafmilchprodukten erklären. Schon ein Jahr später importierte er aus Frankreich 60 Schafe der Rasse Lacaune. Typisch für diese sind nicht nur ihr wollfreier Bauch, sondern auch das leichte Gewicht sowie die gute Berggängigkeit.

Hofstetters Idee hat funktioniert: Vor ein paar Wochen nahm seine Firma Emscha GmbH in Entlebuch eine neue Bioschafmilchverarbeitungsanlage in Betrieb, um der stetig steigenden Nachfrage nach seinen Bioschafmilchprodukten zu genügen. Bei ihm selbst stehen 250 Milchschafe im Stall und über 1000 Schafe grasen mittlerweile im Auftrag von Hofstetter. «Damit ermöglichen wir neun Bauernfamilien in der Region ein Einkommen», sagt er.

Verträglich für Allergiker
Käse, Joghurt oder Trinkmilch von Schafen erlebten in den letzten Jahren in der Schweiz einen Aufschwung. Rund 15000 Milchschafe werden zurzeit bei uns gehalten, 5000 Tiere mehr als vor zehn Jahren. Schafmilch gilt als gesündeste Milch in unseren Breitengraden und wird auch von Kuhmilchallergikern gut vertragen.

Der grösste Teil der Schafmilch in der Schweiz wird nach den Richtlinien des biologischen Landbaus hergestellt. Auch die Molkerei Biedermann in Bischofszell, die mit Abstand grösste Verarbeiterin von Schafmilch in der Schweiz, setzt voll auf Bio. Sie verarbeitet jährlich 1,2 Millionen Liter Bioschafmilch von 25 Schafhaltern. Abnehmer sind unter anderem Migros und Coop.

Während die Trinkmilch laut Geschäftsführer Ruedi Hochstrasser immer aus frischer Milch hergestellt wird, werde bei den Joghurts zu einem kleinen Teil auch gefrorene Milch verwendet. Eingefroren wird Schafmilch vor allem, um natürliche saisonale Schwankungen auszugleichen. Auch deshalb steigen immer mehr Milchschafhalter auf die Rasse Lacaune um. Diese lammert während dem ganzen Jahr, im Gegensatz zur traditionellen Rasse der Ostfriesischen Milchschafe, die ihre Lämmer saisonal gebären und entsprechend nur in dieser Zeit Milch produzieren.

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