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Pestvirus

Neues Virus lässt Ferkel zittern

Nutztiere | Dienstag, 4. Juli 2017, sda/apa

Forscher in Österreich haben in neugeborenen Ferkeln ein Virus entdeckt, das Hirn und Rückenmark der Tiere angreift und zu starkem Zittern führt. Für Menschen ist der Erreger ungefährlich.

Mithilfe eines neuartigen diagnostischen Tests konnten Wissenschaftler der Vetmeduni Vienna ein bisher unbekanntes Pestivirus aus der Familie der Flaviviridae als Ursache für das sogenannte Ferkelzittern identifizieren. Dies gab die Uni in einer Mitteilung bekannt. Das «LINDA-Virus» (Lateral shaking Inducing NeuroDegenerative Agent) ist entfernt mit dem Erreger der klassischen Schweinepest verwandt.

Erst Anfang des Jahres hatten die Wissenschaftler der Vetmeduni eine andere mögliche Ursache für Ferkelzittern nachgewiesen, die «atypische porzine Pestiviren» (APPV). Doch bei einem österreichischen Zuchtbetrieb trat das Zittern auf, ohne dass APPV oder ein anderer bekannter Krankheitserreger bei den Tieren nachgewiesen werden konnte. So stiessen die Forscher auf das neue Virus.

Ansteckungen von Schwein zu Schwein
«Pestiviren haben die besondere Eigenschaft, Föten von Schwein, Schaf und Rind zu infizieren, wobei auch das zentrale Nervensystem betroffen ist», erklärte Benjamin Lamp vom Institut für Virologie der Vetmeduni. «Pestivirusinfektionen sind aber nur bei Klauentieren verbreitet und stellen keine Gefahr für die menschliche Gesundheit dar.»

Der Erreger verbleibt in einmal infizierten Schweinen und wird über Speichel, Ausscheidungen oder sexuellen Kontakt auf andere Schweine übertragen. Wie weit das Virus in der Schweinepopulation verbreitet ist, ist bisher nicht bekannt. Die Wissenschaftler, die über den neuen Erregern im Fachjournal «Emerging infectious diseases» berichten, arbeiten gerade an einem neuen serologischen Test, um mehr über die Häufigkeit an Krankheitsfällen durch das neue Virus zu erfahren.

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