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Lebensmittelskandal

Insektizid in holländischen Eiern

Nutztiere | Donnerstag, 3. August 2017, sda/dpa

In den Niederlanden ist in Eiern aus 27 Betrieben ein giftiges Insektizid festgestellt worden. Auch Deutschland ist betroffen. Das Insektizid stammt aus einem Antiläusemittel, mit dem die Ställe behandelt wurden.

180 Geflügelzüchterbetriebe wurden vorläufig gesperrt, da ihre Eier möglicherweise mit dem Insektizid Fipronil verseucht sind. Die Betriebe waren Kunden eines niederländischen Unternehmens, das Ställe mit dem Anti-Läusemittel Dega-16 behandelt hatte. Das auf ätherischen Ölen basierende Mittel war mit dem für Nahrungsmittel verbotenen Insektizid Fipronil vermischt worden. Unklar ist, ob dies bei einem belgischen Händler oder dem niederländischen Reinigungsbetrieb geschah. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Bis Sonntag sollen die Eier aller gesperrten Betriebe auf Fipronil getestet werden. Bis jetzt ist das Insektizid in den Eiern von 27 Betrieben bestätigt worden, wie die niederländische Lebensmittelkontrollbehörde NVWA am Mittwoch mitteilte. Vom Verzehr von Eiern dieser Betriebe werde abgeraten, sagte ein Sprecher im niederländischen Radio.

Freiland-Betrieb in Deutschland betroffen
Auch in mindesten vier deutschen Legehennen-Betrieben soll Fipronil als Reinigungsmittel genutzt worden sein. «Nach unserem jetzigen Kenntnisstand haben 100 niederländische, 4 deutsche und 1 belgischer Betrieb das Desinfektionsmittel Dega-16 bezogen», teilte der Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen (KAT) am Mittwoch in München mit. Die Betriebe seien für das sogenannte KAT-System umgehend gesperrt worden. «Wir prüfen derzeit, ob und in welchem Umfang die von den genannten Betrieben erzeugten Eier tatsächlich mit Fipronil belastet sind», sagte ein KAT-Sprecher der dpa weiter.

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) erklärte am Mittwoch, dass ein Betrieb aus der Selbstanzeige gestellt habe. Dort seien Rückstände gefunden worden. Der betroffene Betrieb mit 40'000 Freilandlegehennen sei gesperrt. Darüber hinaus wurden Meyer zufolge nach Ermittlungen der niederländischen Behörden vier weitere niedersächsische Betriebe mit dem Putzmittel beliefert. Sie seien ebenfalls gesperrt worden.

Entwarnung für die Schweiz
Dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) liegen bisher keinerlei Hinweise vor, dass mit Fipronil belastete Eier in die Schweiz gelangt sein könnten. Das gehe aus Abklärungen der betroffenen Länder zuhanden der EU-Behörden hervor, sagte BLV-Sprecherin Eva van Beek auf Anfrage.

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