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Strafuntersuchung

Keine Tierquälerei am Blausee

Nutztiere | Mittwoch, 13. September 2017, sda

Beim Ausfischen am Blausee im letzten Oktober haben sich die Verantwortlichen nicht der Tierquälerei schuldig gemacht. Die Staatsanwaltschaft hat die Strafuntersuchung eingestellt.

Wie die Blausee AG in der Nacht auf Mittwoch mitteilte, erhärtete sich der Verdacht der Tierquälerei nicht. Die vier angeklagten Mitarbeiter hätten sich an die geltenden Vorschriften gehalten. Sie seien den tierschutzrechtlichen Pflichten unter anderem mit einem Merkblatt nachgekommen, das detaillierter sei als jenes des Kantons.

Der Blausee ist ein beliebtes Ausflugsziel im Kandertal mit Restaurant und Bio-Forellenzucht. Das jährliche Ausfischen fand jeweils im Herbst statt und lockte viele Laienfischer an, die ohne grosse Vorkenntnisse fischen durften. Anfang Jahr hatte der Dachverband Berner Tierschutzorganisationen Anzeige gegen die Verantwortlichen des Anlasses eingereicht.

Fotografiert statt sofort getötet
Amateurfischern fehle das nötige Fachwissen, um den Tieren nicht unnötige Qualen zuzufügen, hiess es. So hätten Laien und Kinder am Haken zappelnde Fische herumgezeigt und fotografiert, statt die Tiere sofort zu töten.

Die Verantwortlichen des jährlichen Anlasses hatten laut eigenen Angaben bereits im Sommer 2016 entschieden, künftig auf das Ausfischen in der bisherigen Form zu verzichten. Im kommenden Oktober soll der Mitteilung zufolge ein neues Konzept in kleinen Gruppen getestet werden.

Ab 2018 soll es demnach Angelkurse "unter kompetenter Leitung" geben. Hinter der Blausee AG stehen prominente Namen. Im Jahr 2014 übernahmen der Swiss Economic Forum-Gründer Stefan Linder, Globetrotter-Chef André Lüthi und Ex-Nationalbankchef Philipp Hildebrand das Ausflugsziel mit seiner Forellenzucht.

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