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Gesundheit

Störender Stall-Staub

Nutztiere | Sonntag, 12. Mai 2019 16:00, Leo Niessner

Im Pferdestall lauert eine meist unsichtbare Gefahr: Beim Einatmen von Staub gelangen Viren, Pilze, Pflanzenteile und andere schädliche Partikel in die Atemwege der Pferde und ihrer Besitzer.

Im Alltag auf dem Hof wird das Thema oft vergessen: Doch Staub im Stall setzt nicht nur Menschen zu, sondern auch Tieren. So leiden etwa Pferde unter den Partikeln, die sie einatmen. Auf diese Gefahr wies die Fachhochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) an der BEA Bern hin.

Pferde atmen Teilchen in der Luft ab einer Grösse ab 5 Mikrometern durch die Nüstern ein, sprich ab dem 200. Teil eines Millimeters. Von dort gelangen die Verunreinigungen in weitere Organe. Teilchen, die kleiner sind als 5 Mikrometer rücken in die Lungenbläschen vor, in die Alveolen. Diese Partikel werden denn auch als alveolengängig bezeichnet, oder mit dem alten Begriff «Feinstaub».

Hustenreiz und Atemwegserkrankungen
Mit den Teilchen atmen Mensch und Tier Viren, Pflanzenteile, Bakterien, Milben, Pilze sowie mineralische Partikel ein – mit teils gravierenden Folgen für die Gesundheit. Wie «propferd.at» schreibt, ist es daher wichtig, den Stall vom Staub frei zu halten. Denn er erzeugt nicht nur Hustenreiz, sondern greift auch die Atemwege an. Pferde sind an hier besonders sensibel, zumal sie ohnehin schon auf stete Frischluftzufuhr angewiesen sind.

Eine hohe Partikelbelastung verursacht aber nicht nur gesundheitliche Probleme bei Mensch und Pferd, sondern stellt auch eine erhebliche wirtschaftliche Belastung für Besitzer und Betriebe dar. Mitunter fallen nämlich hohe Arzt- und Tierarztrechnungen an, eine Folge der Feinstaubbelastung. Gleichzeitig schlägt deren Reinigung und Beseitigung mit einem erhöhten finanziellen Aufwand für Ersatzkräfte und -leistungen zu buche.

Einfache Massnahmen helfen
Dabei helfen eigentlich simple Massnahmen, die Belastung zu reduzieren. Essentiell ist die Belüftung des Stalls: Durch regelmässige Frischluftzufuhr werden die Partikel fortgeblasen. Stallbesitzer sollten ihr Augenmerk aber auch auf die Luftfeuchtigkeit richten. Sie beeinflusst die Bildung von Staub. Die grösste Rolle indes spielt die Wahl des Raufutters. Je nach Art und Marke staubt es mehr als andere, und auch das Mistregime spielt eine Rolle. Zuletzt sollten sich Stallbesitzer lauf HAFL Gedanken über die Aktivität der Pferde im Stall machen. Je mehr sie sich bewegen, umso mehr Staub aus der Einstreu wird aufgewirbelt.

Viele Komponenten spielen hier mit anderen Worten zusammen. Doch laut HAFL macht es Sinn, sich mit ihnen auseinander zu setzen. Die Belastung durch Staub im Stall lässt sich durch so nämlich je nachdem markant minimieren.  

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