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Medizin

Ein Biochip statt Tierversuche

1 Kommentare Natur & Umwelt | Mittwoch, 29. Oktober 2014, sda

Statt an einer echten Niere könnten Giftstoffe bald an einem Chip getestet werden. Eine Basler Hochschule will einen solchen entwickeln, um künftig auf Tierversuche verzichten zu können. Aus Grossbritannien erhält sie Geld dafür.

Die Hochschule für Life Sciences der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) in Muttenz BL will einen Organ-Chip entwickeln, an dem die Giftigkeit von Wirkstoffen für die Niere getestet werden kann. Dafür erhält sie nun vom britischen Nationalen Zentrum zum Ersatz von Tierversuchen (NC3Rs) eine Million britische Pfund.

Der Nieren-Chip («Kidney-on-a-chip») soll in der Pharmaindustrie zur Reduktion von Tierversuchen beitragen und die nicht-klinischen Entwicklungskosten für Arzneimittel senken helfen, wie die FHNW am Mittwoch mitteilte.

Entwicklung in drei Jahren
Vergeben wurden die Fördermittel im Rahmen des CRACK IT Challenge-Programms des NC3Rs, einer von der britischen Regierung eingerichteten Organisation. Der diesjährige Wettbewerb drehte sich um die Entwicklung eines Reagenzglas-Modells für Nierentoxizitätsprüfungen. Wissenschaftler von GlaxoSmithKline, Pfizer, Roche und vom NC3Rs entschieden über die Weiterentwicklung und spätere kommerzielle Umsetzung einer solchen Lösung.

Die Hochschule wird die Fördermittel in den nächsten drei Jahren zusammen mit dem niederländischen Radboud University Medical Center und dem ebenfalls niederländischen Biotech-Unternehmen Mimetas einsetzen, um einen Nieren-Chip zu entwickeln.

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Kommentare (1)

Antonietta am 30.10.2014 um 14:18 Uhr
Jedes Jahr werden allein in deutschen Laboratorien 2,5 Millionen Tiere in fragwürdigen Versuchen gequält und getötet. Darunter Mäuse, Ratten, Meerschweinchen, Katzen, Hunde, Affen und viele andere Tiere. Weltweit sind es jedes Jahr mindestens 100 Millionen Tiere. Die Tierexperimentatoren rechtfertigen diese Versuche damit, dass Medikamente und andere Chemikalien auf ihre Wirksamkeit und Sicherheit hin geprüft werden müssten. Sie stellen die Tierversuchskritiker vor die Wahl: Solle etwa lieber an Menschen experimentiert werden als an Tieren? Doch immer mehr Wissenschaftler bestreiten, dass es nur diese beiden Wahlmöglichkeiten gibt. Sie gehen sogar noch weiter und erklären, dass die tierexperimentelle Forschung die Ergebnisse verfälsche – der Mensch sei eben keine Maus.

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