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Wiesenmeisterschaften

Wer hat die prächtigste Wiese im Land?

Natur & Umwelt | Montag, 18. Mai 2015, Jonas Ingold, LID

In der Schweiz existieren unzählige Wiesen. Die besonders artenreichen sind nicht nur für die Biodiversität, sondern auch für Landwirtschaft und Tourismus von Bedeutung. Wiesenmeisterschaften machen darauf aufmerksam.

Die Schweiz ist ein Grasland, geprägt von zahlreichen Wiesen und Weiden. Auf extensiv bewirtschafteten Magerwiesen können bis zu 60 verschiedene Pflanzenarten auf wenigen Quadratmetern wachsen, die Bedeutung für die Biodiversität ist dementsprechend hoch. Allerdings ist die Zahl der artenreichen Wiesen seit Beginn des 20. Jahrhunderts deutlich zurückgegangen.

Die Wiesen zu fördern ist einer der Gründe, weshalb die Wiesenmeisterschaften durchgeführt werden. «Wiesenmeisterschaften machen auf die Schönheit und vielfältige Bedeutung von artenreichen Wiesen aufmerksam», sagt Jodok Guntern vom Forum Biodiversität. Dieses gehört zusammen mit dem Schweizer Bauernverband (SBV) sowie der IG Kulturlandschaft zur nationalen Trägerschaft der Meisterschaften.

«Mit ihrer Blumenpracht ermöglichen die artenreichen Wiesen einzigartige Naturerlebnisse und sind Lebensraum für eine grosse Zahl bedrohter Pflanzen und Tiere», sagt Guntern. Neben der Artenvielfalt haben die Wiesen aber auch noch weitere wichtige Funktionen: Sie würden aromatisches, rohfaserreiches Heu liefern, steile Hänge vor Erosion schützen und seien für Honig- und Wildbienen eine wichtige Nektar- und Pollenquelle, führt Guntern aus.

Artenreiche Wiese
Artenreiche Wiese – schön und nützlich.
Bild: Albert Krebs/ETH

Wertschätzung für die Bauern
Die Meisterschaften sollen aber nicht nur die Öffentlichkeit auf die Wiesen aufmerksam machen, sondern auch den Bäuerinnen und Bauern, welche die Wiesen bewirtschaften, eine Wertschätzung entgegenbringen. «Mit den Wiesenmeisterschaften möchten wir den Bauern und Bäuerinnen, die diese wertvollen Wiesen standortgerecht und mit Sorgfalt bewirtschaften, für ihr Können und ihren Einsatz danken und ihnen auch die Möglichkeit bieten, sich untereinander auszutauschen», sagt Jodok Guntern.

Ähnlich sieht das Alexandra Cropt vom Schweizer Bauernverband: «Die landwirtschaftlichen Leistungen und die Arbeit der Landwirte im Bereich Biodiversität sind in der Bevölkerung nicht immer anerkannt. Oft weiss die Bevölkerung nicht, was dahinter steht. Die Wiesenmeisterschaften machen diese Leistungen und die Arbeit der Bäuerinnen und Bauern sichtbar.» Dies sei dem SBV ein Anliegen. 

Die Meisterschaften finden in fünf Regionen (Obertoggenburg; Engiadina Bassa, Samnaun, Val Müstair; Naturpark Beverin; Naturpark Gantrisch; Valle die Blenio) statt und werden nach einem gemeinsamen Konzept durchgeführt. Je nach Region werden unterschiedliche Kategorien beurteilt, unter anderem «Streuwiesen», «Artenreiche Magerwiesen» oder «Artenreiche Wiesen mit futterbaulicher Qualität».

Weitere Informationen: www.wiesenmeisterschaften.ch

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